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“Ich bin stolz auf meine Jungs” - Interview mit dem neuen Pinguins-Coach Tom Coolen

Bremerhaven. Die erste Arbeitswoche ist rum, nun geht es um die Wurst. Tom Coolen soll die Fischtown Pinguins wieder auf Kurs bringen und in die Playoffs führen. Am vergangenen Wochenende stand der Kanadier zum ersten Mal als Pavlov-Nachfolger an der Bande. EH-News-Mitarbeiter Matthias Berlinke befragte Coolen zu seinen ersten Eindrücken.

Herr Coolen, Ihre Premiere an der Bande der Pinguins endete gegen Kassel nicht mit dem erhofften Sieg. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Tom Coolen: Beide Teams haben sich einen harten Kampf geliefert. Ich bin stolz auf meine Jungs, auch wenn es nicht für einen Sieg gereicht hat. Wir müssen uns nicht schämen, jeder Spieler hat alles gegeben. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, um am Ende erfolgreich zu sein. Der Unterschied zwischen Kassel und uns lag in den Überzahl-Teams. Da war Kassel besser und hat seine Chancen effektiv genutzt.

Auch wenn es gegen Kassel eine Niederlage gab – die Pinguins wirkten defensiv stärker als in den Vorwochen. Sind das die ersten Früchte Ihrer Arbeit?
Tom Coolen: Wir haben gut gekämpft und gestanden. Bei ausgeglichener Spieleranzahl auf dem Eis haben ich zwischen Kassel und uns keine Unterschiede gesehen. Da haben wir in unserem Drittel wenig zugelassen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass wir einen 2:1-Konter kassiert haben. Das stimmt mich doch positiv.

Eine Baustelle bleibt aber das Powerplay. Sie haben in der vergangenen Woche intensiv an den Special-Teams gearbeitet. Das scheint aber nichts eingebracht zu haben.
Tom Coolen: Die Arbeit mit den Special-Teams braucht viel Zeit. Man kann nicht erwarten, dass von heute auf morgen alles besser wird. Bislang hatte ich auch noch keine Gelegenheit, das Spiel der Pinguins unter Wettkampfbedingungen live zu erleben. Im letzten Drittel hat uns auch noch mit Craig Streu eine Schlüsselfigur gefehlt, nachdem er wegen Verletzung raus musste.

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Interview mit Craig Streu - Die Zeit nach Igor Pavlov

logo_rev.jpgTurbulent ging es in der vergangenen Woche bei den Fischtown Pinguins zu. Nach der 2:4-Niederlage in Weißwasser musste Coach Igor Pavlov seinen Hut nehmen. Als Interimslösung für den Trainerposten zauberte das Management überraschend Torhüter-Urgestein Dieter Blum aus dem Hut. Gleichzeitig drohte Manager Hans-Werner Busch, möglicherweise auch einzelne Spieler vor die Tür zu setzen, sollten Erfolge ausbleiben. Es weht eine steife Brise an der Nordseeküste. Fans und Insider warten nun ungeduldig auf die Präsentation des neuen Cheftrainers. Die EH-News analysierte die momentane Lage mit Pinguins-Kapitän Craig Streu.

EH-News: Hohe Erwartungen, die nicht erfüllt wurden, ein Trainer – Jamie Bartman – der gehen musste. Das war in der Saison 2002/2003. Die Situation jetzt ähnelt der damaligen gewaltig. Sie, Herr Streu, können sich bestimmt noch gut erinnern.
Craig Streu: Ja, da sind Parallelen zu erkennen, ganz deutlich sogar. Man kann sogar von einem Spiegelbild sprechen. Es war ein harter Schlag für uns, dass Igor gehen musste. Damit hatten wir eigentlich nicht gerechnet. Ich glaube, dass es sich das Management nicht leicht gemacht hat mit der Entscheidung. Nun sind wir Spieler gefragt, damit sich der Abstiegskampf von vor vier Jahren nicht wiederholt.

EH-News: War es notwendig, Igor Pavlov zu beurlauben oder hätten Sie auch mit ihm den Weg aus der Krise gefunden?
Craig Streu: Ich glaube, dass wir auch mit ihm den Weg heraus aus der Krise gefunden hätten. Aber die Entscheidung, Igor zu beurlauben, lag nicht in meinen Händen. Zum Glück haben wir das erste Spiel gegen Landsberg gleich gewonnen. Das war für das Team nach diesen unruhigen Tagen unheimlich wichtig.

EH-News: Was kann man Igor Pavlov eigentlich vorwerfen?
Craig Streu: Nichts, so schlimm das klingen mag. Er war in den zweieinhalb Jahren als Cheftrainer immer gut vorbereitet und hat professionell gearbeitet. Aber der Erfolg war zuletzt einfach nicht da. Das ist das Unberechenbare im Sport. So etwas passiert auch bei anderen Klubs. In dieser Saison hat es uns erwischt.

EH-News: Die Mannschaft trat zuletzt ohne Selbstbewusstsein auf. Lag das an der herben Kritik, die Pavlov immer wieder öffentlich an seinen Spielern geäußert hat?
Craig Streu: So eine Krise, wie wir sie gerade erleben, gibt es in jeder Saison. Nur hat es uns vom Zeitpunkt her betrachtet jetzt früher als sonst erwischt. Dass darunter auch das Selbstbewusstsein leidet, ist doch logisch.

EH-News: Nun ist Pavlov weg. Welches Anforderungsprofil stellen Sie an den Nachfolger?
Craig Streu: Erst einmal haben wir als Spieler keine Forderungen zu stellen. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Nachfolger zu suchen. Aber: Der Trainer muss sich auf uns einlassen können und mit uns arbeiten wollen. Er sollte jemand sein, der das Gespräch, den Dialog, mit uns sucht.

EH-News:  Die Dinge, die Sie gerade aufgezählt haben, sind das die Dinge, die man Pavlov vorwerfen kann?
Craig Streu: Nein, das ist ja das Dumme an der Sache. Igor hat mit uns geredet und professionell gearbeitet. Da gibt es keinen Vorwurf. Nur die Ergebnisse, tja, die stimmten nicht.

EH-News: Als potzenzieller Pavlov-Nachfolger werden auch Sie gehandelt. Könnten Sie sich vorstellen, das Amt sofort zu übernehmen?
Craig Streu: Ich weiß gar nicht, ob das von den Statuten her möglich ist. Es wäre auf jeden Fall eine große Herausforderung. Aber eigentlich fühle ich mich als Spieler ganz wohl und kann mir vorstellen, noch eine weitere Saison dranzuhängen. Ich liebe den Sport, ich liebe Eishockey.

EH-News: Man kann Ihren Worten entnehmen, dass Sie nicht abgeneigt wären, den Trainerposten zu bekleiden.
Craig Streu: Sicherlich kribbelt es. Aber noch gab es keine Gespräche. Ich habe mich auch nicht beworben.

Matthias Berlinke

Im frivolen Treff ist Sex kein Muss - Petra Meyer mit neuer Geschäftsidee in der Bremerhavener Georgstraße

meyer21.jpgBremerhaven. Wer mit dem Auto in den Süden der Stadt will, macht in diesen Tagen um die Georgstraße einen großen Bogen – besonders in der Rushhour. Überall röhrende Bagger, rote Ampeln und ödes Schritttempo. Die Baustelle nervt. Zudem scheint sich die Geschäftswelt immer mehr von der Hauptverkehrsachse zurückzuziehen. Verwaiste Schaufensterfronten prägen das Bild links und rechts am Rande der Straße. Doch es gibt auch ein zartes Pflänzchen, das dem Baustellenmief trotzt und auf seine Chance hofft. Es geht um Erotik und Sex, um aufregende Fantasien und prickelnde Gespräche. Willkommen im frivolen Treff – willkommen in „Pia‘s Eck“.Schlechte Zeiten für Spanner. Wer von außen durch die großen Scheiben des Gebäudes in der Georgstraße 106 linsen will, bekommt nicht viel zu sehen. Fensterläden, eine Gardine und eine zu einem Herz geformte Lichtschlange, die leuchtet, wenn sie an der Steckdose hängt. Keine Details, keine nackten Menschen, die sich ineinander verkeilt dem Liebesspiel hingeben, sind erkennbar. Die Neugier quält. Was passiert da bloß in „Pia‘s Eck – Der kleine frivole Treff“? Ist das da ein Puff? Oder ein Kuppelschuppen? Oder am Ende doch nur eine stinknormale Kneipe?Für Spanner ist Endstation. Wer mehr wissen will, muss da rein in den Laden. An der großen, schweren Eingangstür hängt ein Klingelknopf. Einfach nur drücken, dann wird einem die Tür geöffnet. Und prompt wird der Wissensdurst des neugierigen Besuchers gestillt. Petra und Jens Meyer sind sympathische Gastgeber – jede Frage wird beantwortet.Der erste Blick ins „Pia“-Reich weckt den Appetit auf mehr. Gemütliche Sitzecken mit weichen Sofas und bequemen Sesseln fallen ins Auge, ein wuchtiger Tresen ebenfalls. Alles ist farblich in warmen, angenehmen Tönen gehalten. Hier lässt es sich aushalten. Absolut kein Schmuddelkram, das Ambiente ist gemütlich.Petra Meyer ist die Chefin. Die blonde Frau mit der süßen Brille ist gebürtige Bremerhavenerin und will etwas bewegen. Ihr Ehemann Jens hilft ihr dabei. „Die Gaststätte, die hier mal drin war, ist schon lange zu. Anfang des Jahres dachten wir: Hier muss etwas passieren“, erzählt die 37-Jährige. „Etwas Neues muss her, etwas, dass es hier noch nicht gibt.“So entstand die Idee, einen frivolen Treff aufzumachen. Die Meyers kennen sich aus. In Varel gibt es eine ähnliche Lokalität. Dort sind sie häufiger zu Gast. Sie wissen, wie das Geschäft läuft. „Bei uns kann man sich lockerer unterhalten, als das in anderen Gaststätten möglich ist“, sagt Petra Meyer. „Jeder ist willkommen, frivole Kleidung ist erwünscht, ist aber kein Muss.“

Logisch, dass in einem frivolen Treff nicht gerade die Diskussionen über die steigenden Müllgebühren oder die neuen Aldi-Angebote im Mittelpunkt stehen. Es geht viel mehr um Gespräche zum Thema Geschlechtsverkehr. Um sexuelle Vorlieben und Praktiken, Stellungen und Partnertausch. „Wir sind aber kein Swinger-Club“, sagt Petra Meyer. „In den Swinger-Club geht man, und man weiß, dass auf sexueller Ebene was passiert. Bei uns ist es nicht vorgesehen, dass etwas passiert. Man kann einfach nur reden, in gemütlicher Runde etwas trinken. Dass sich daraus vielleicht etwas entwickeln kann – okay.“

Es sind zumeist Pärchen, die in der Georgstraße 106 vorbeischauen und einen netten Abend haben wollen. Einzelne Herren kommen auch. Nur die Solo-Damen – die kommen nicht. Noch nicht. „Erfahrungsgemäß dauert das eine Zeit, bis sich herumgesprochen hat, dass man auch als Single-Frau in einen frivolen Treff gehen kann“, sagt Petra Meyer.

Es gibt wissenschaftliche Berechnungen – Quelle unbekannt – , wonach Männer alle drei Minuten an Sex denken. Frauen bestimmt auch. Und so wundert es nicht, dass sich in „Pia‘s Eck“ eine bunte Mischung an Menschen trifft. Der 20-Jährige lebt seine Gedanken dort genauso aus wie der 70 Jahre alte Pensionär. Es sind alle Schichten vertreten.

Nur die Bremerhavener, die üben sich noch in Zurückhaltung. „Der größte Teil unserer Gäste kommt aus dem Umland. Bis nach Bremen geht das“, berichtet Petra Meyer. „Die Bremerhavener scheinen sich noch nicht zu trauen.“

Das wird sich vielleicht bald ändern. Irgendwann ist ja auch die lästige Baustelle weg. Und dann setzt auch die Mundpropaganda ein. „Für den normalen Einzelhandel ist die Georgstraße tot“, sagt Petra Meyer. „Wenn man etwas machen will, muss es etwas Besonderes sein – so wie unser frivoler Treff.” Kontakt: Telefon: 01 73/1 83 15 95; Internet: pias-eck.de.

Igor Pavlov schießt sich ins Abseits

Bremerhaven. Zwei Mal in Folge (2005 und 2006) holte Igor Pavlov den von der Eishockey-News ausgelobten Titel “Trainer des Jahres”. Der Russe gewann als Verfechter einer konsequenten Nachwuchsförderung vielerorts Sympathien. Er ließ modernes, herzerfrischendes Eishockey spielen und verkörperte in der Außendarstellung einen wahren Gentleman. Doch in dieser Saison zeigt der Coach der Fischtown Pinguins ein völlig anderes Gesicht. Der 42-Jährige verliert in der Öffentlichkeit kaum ein gutes Wort über seine Mannschaft und nutzt praktisch jede Gelegenheit aus, um auf sein Team einzuprügeln.


Langsam droht das Fass überzulaufen.
Das Management der Pinguins - an vorderster Front Geschäftsführer Hans-Werner Busch - steht zwar geschlossen zum Trainer. Doch muss wohl in den vorangegangenen Satz das Wörtchen “noch” eingefügt werden. Denn hinter den Kulissen beginnt es zu rumoren. Schon nach der 4:6-Niederlage am vierten Spieltag gegen Heilbronn, als Pavlov in der Pressekonferenz seine Spieler, insbesondere Alexander Janzen und Marian Dejdar, auf derbe Weise beschimpft hatte, zitierte Busch den sportlichen Leiter zu einer Aussprache Über Ergebnisse schwiegen sich beide Parteien in der Öffentlichkeit aus, doch fiel auf, dass sich Pavlov in den nächsten Spielen etwas zurücknahm. Spätestens nach dem Heimspiel gegen die Schwenninger Wildwings (3:4) gab es einen Rückfall. Pavlov griff seine Stürmer Darin Olver und Marvin Tepper an. Olver würde vorne keine Tore schießen, dafür durch sein mangelhaftes Defensivverhalten immer wieder welche verschulden. Und Tepper fehle es immer noch an der erforderlichen Einstellung, sagte Pavlov in die Mikrofone der Reporter. Viele Fans und Experten schüttelten angesichts dieser Schelte nur mit dem Kopf, gehört doch Olver mit seinen zahlreichen Scorerpunkten und seinem nimmermüden Einsatz zu den Aktivposten im Team. Der technisch starke Tepper wiederum wurde seiner Stärke beraubt, weil ihm spielstarke Mitspieler an seiner Seite fehlen und er größtenteils mit Wasserträgern wie Stephan Kraft auflief, die ihn nicht wie gewünscht in Szene setzen konnten.Allein in der vergangenen Woche sorgte Pavlov wieder zwei Mal für Gesprächsstoff. Nach dem tollen Auftritt im Pokal gegen Ingolstadt, der mit einer knappen Niederlage nach Penaltyschießen endete, spendete der Trainer kein lobendes Wort in Richtung seiner Mannschaft. Stattdessen beschwerte er sich wieder einmal über das schlechte Powerplay seines Teams, das mitverantwortlich für das Pokalaus gewesen sei. Dass die Pinguins 65 Minuten lang mit Leidenschaft und zum Umfallen gekämpft hatten, blieb unerwähnt.Nach dem für die Moral wichtigen 3:1-Sieg in Crimmitschau stellte sich Pavlov erneut nicht hinter seine Mannschaft. Der Russe sprach von Regionalliganiveau und Wodka, den er zur Spielanalyse benötigen würde.

Auch intern - so wird aus Kabinenkreisen berichtet - lässt Pavlov immer wieder den verbalen Hammer kreisen. Vertrauensfördernd dürften solche Maßnahmen nicht wirken. Es scheint bereits eine Kluft zwischen Trainer und Mannschaft zu geben. Pavlov isoliert sich immer mehr. Es bleibt abzuwarten, ob das Management nicht doch irgendwann die Reißleine ziehen muss.
Matthias Berlinke

Verführung hinter Milchglas - Eine heiße Welt voller Sex-Spielzeug

Von Elizabeth Scheider und Matthias Berlinke

Bremerhaven. Für 59 Prozent der Deutschen gehört zu einem gelungenen Wochenende auch Sex. Das ergab im vergangenen Monat eine repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts. 79 Prozent der 40- bis 49-Jährigen hielten Sex am Wochenende gar für unverzichtbar. Und auch im Erotik-Fachgeschäft Orion in Wulsdorf herrscht am Wochenende Hochbetrieb. Das Sonntagsjournal war dem Liebesleben der Bremerhavener auf der Spur. Potenzielle Weihnachtsgeschenke entdeckte das SJ-Team dabei in Hülle und Fülle.

Dildos in sämtlichen Farben und Größen präsentieren sich hoch aufgereckt, Dessous, Gleitgel mit Erdbeergeschmack und Strings in Dosen versetzen den Besucher aus den kalten grauen Novemberalltag in eine andere weitaus angenehmere Umgebung. In die heiße Welt der Erotikartikel. Wer hier durch die Milchglastür schreitet, will sich verführen lassen.
Ob Fessel-Set mit Augenbinde, Hightech-Vibratoren mit Fernbedienung, DVDs, Bücher oder das zehnteilige Set „Badelust“ für besinnliche Stunden zu zweit. Egal wie die Geschenkeauswahl für den Liebsten ausfällt, auf eins kann der Kunde sich verlassen: Wenn er nicht selbst plaudert, wird kein Mensch erfahren, wo seine Vorlieben liegen, denn hier herrscht größte Diskretion. Schweigepflicht steht im Erotik-Fachgeschäft Orion an oberster Stelle.

Kunden von 18 bis 80 Jahren finden den Weg zum übersichtlichen Franchise-Unternehmen am Bohmsiel, darunter auch immer mehr Frauen. Der Verkaufsraum ist hell und freundlich, lädt durchaus zum Stöbern und Verweilen ein. Seit anderthalb Jahren sind die Türen geöffnet. „Anlaufschwierigkeiten gab es nicht. „Wir hatten einen extrem guten Zulauf vom ersten Tag an“, sagt Betreiberin Brigitte Detke.

Frauen kommen meist das erste Mal zu zweit oder in Gruppen. „Da wird unheimlich viel geguckt und gekichert“, erzählt Verkäuferin Silvia Troike. „Aber zum Kaufen kommt das weibliche Geschlecht lieber alleine wieder zurück.“

Dabei sind die Kundinnen durchaus preisbewusst, achten aber – wie bei allen anderen Kaufentscheidungen – auf Qualität. Ein günstiger Vibrator beispielsweise ist viel lauter als einer, der ein bisschen teurer ist. „Da lohnt es sich, ein wenig mehr Geld auszugeben“, weiß die 55-Jährige.

Auch im Erotik-Geschäft gibt es Trends. Diesen Monat gehören unter anderem Schaum- und Gleitgels sowie Schoko- und Erdbeerstifte zum Abschlecken vom Körper des Partners dazu.
Einige Artikel könnten die Blümchen-Sex-Anhänger sicherlich zum Staunen bringen. Wie etwa riesige Dildos oder Sex-Hängematten und Liebesschaukeln, die relativ wuchtig sind. Auf die Frage, wo man so etwas hinstellt, weiß Troike gleich die passende Antwort. „Wenn ein großer geschützter Garten vorhanden ist, auch im Freien.“

Viele Kunden haben sich vorher im Internet oder im Katalog eingehend informiert, steuern gleich zielstrebig den gewünschten Artikel an. Gerade in der Fetisch-Ecke mit viel Lack, Leder und Domina-Zubehör wollen die Besucher in Ruhe gelassen werden. „Dafür bekommt man mit der Zeit ein Gespür“, sagt Troike.

„Das Spiel zu dritt“, nennen die beiden Verkäuferinnen die Vorliebe für Sexspielzeug. Und da Männer doch reine „Augenmenschen“ seien, empfehlen sie kauflustigen Frauen sich gleich selbst als Geschenk für den Liebsten zu verpacken, einen erotischen optischen Reiz zu bieten. „Ein tolles Dessous mit den passenden Strümpfen verfehlt eigentlich nie die gewünschte Wirkung“, sind sie sich sicher.

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Vorsicht beim Dildokauf - Interessante Weihnachtsgeschenke aus der Erotikbranche

Bremerhaven. Wenn Männer ein Weihnachtsgeschenk für ihre Frauen suchen, dann rennen sie oft ohne Peilung durch die Gegend. Soll‘s wieder ein Parfüm sein, vielleicht ein Kettchen oder für die Einfallslosen ein Einkaufs-Gutschein? Nix da, Schluss mit der Langeweile. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Also, Ihr Herren der Schöpfung, tut was für die Liebe. Ab geht‘s in das Erotik-Fachgeschäft.Wie gut, dass es Katja Fehrmann gibt. Die Loxstedterin arbeitet als Fachverkäuferin bei Orion in Bohmsiel. Man(n) braucht keinen roten Kopf zu bekommen. Die sympathische, immer aufgeschlossene Expertin gibt gerne Ratschläge. Sie weiß, was Frauen mögen. „Ich selbst würde mich sehr freuen, wenn ich zu Weihnachten Unterwäsche geschenkt bekäme“, sagt Katja Fehrmann. „Da haben wir wirklich tolle Sachen. Zum Glück sitze ich hier im Geschäft an der Quelle.“ Straps-Sets, String-Tangas oder das Rosen-Negligé – die Auswahl ist heiß, macht heiß. Das Problem: Die wenigsten Männer haben die Konfektionsgrößen ihrer Partnerin im Kopf – eine böse Falle. Zumindest die Busengröße sollten die Herren in etwa mit ihren Händen darstellen können. Somit haben die Erotik-Spezialisten einen Anhaltspunkt. „Gleitmittel und Massageöle werden auch gerne genommen“, sagt die Fachverkäuferin. „Oder aber die anspruchsvolleren Erotik-Spielfilme, die auch für Damen geeignet sind.“Wer eher auf Handwerkszeug steht, ist bei den Dildos und Vibratoren bestens aufgehoben. Aber Vorsicht: Wer seine Göttergattin mit derartigem Spielzeug verwöhnen will, sollte sicher sein, dass er nicht ins Fettnäpfchen tritt. Denn nicht jede Frau ist begeistert von derartigen Hilfsmitteln. „Das Spiel mit einem Vibrator ist eine erotische Fantasie“, sagt Bernd Detke, Ehemann der Orion-Betreiberin Brigitte Detke. „Männer sollten das Gerät nicht als Konkurrenz zu sich selbst sehen. Der Partner fällt ja beim Liebesspiel nicht weg.“ Generell aber gilt: Wer einen Luststab für seine Liebste kaufen möchte, sollte im Vorfeld das Gespräch mit ihr suchen – das schützt vor bösen Überraschungen und Zoff. „Es gibt Frauen, die das nicht witzig finden“, sagt Detke. „Folgende Reaktion kann vorkommen: Was soll ich mit diesem toten Teil? Komm mir bloß damit nicht.“

Jedes Konzert ist ein Unikat - Pearl Jam gehen auf Europa-Tournee

Von Stefanie Armbrust und Matthias Berlinke

Sie sind die Altmeister des Grunge-Rocks und gehören zu den letzten Überlebenden der legendären Seattle-Band-Ära. Die Jungs pfeifen zudem auf den großen Kommerz – jedenfalls tun sie so. Die Rede ist von Pearl Jam. Nach sechsjähriger Abstinenz ist die Truppe wieder auf Europa-Tour. Leider machen sich die US-Boys in Deutschland rar. Nur ein Auftritt steht hier auf der Liste. Wen wundert es da, dass der Auftritt in Berlin (Sonnabend, 23. September, Freilichtbühne Wuhlheide) innerhalb weniger Tage ausverkauft war. Immerhin dürfen sich die Fans, die keine Tickets ergattern konnten, über das neue Album freuen. Das Werk mit dem schlichten Namen „Pearl Jam“ ist seit Ende April auf dem Markt.

Zu Pearl Jam gehören der ehemalige Tankwart Eddie Vedder (Gitarre, Gesang), Jeff Ament (Bass), Stone Gossard, Mike McCready (beide Gitarre) und Matt Cameron (Schlagzeug). Im Jahr 1992 traten sie mit ihrem Debütalbum „Ten“ zum ersten Mal in Erscheinung. Pearl Jam sind keine stromlinienförmig arbeitende Band. Die Jungs haben ihren eigenen Willen, ihre eigene Philosophie. Da legen sie sich schon mal mit Tourneeveranstaltern an, wenn der angeblich zu hohe Eintrittspreise nimmt – so geschehen 1994, als Pearl Jam mit Veranstalter Ticketmaster im Clinch lagen und ein Großteil der Auftritte abgesagt werden musste.

Jedes Konzert ist ein Unikat: Es wird immer ein anderes Programm gespielt, die oftmals im Anschluss an die Gigs veröffentlichten Livemitschnitte sind daher heiß begehrt. Interviews, Fotos, Videos – dafür ist die Band aber fast nie zu haben.

Pearl Jam weisen in ihren CDs generell keine besonders herausragenden Einzelstücke aus, die Alben funktionieren als Gesamtwerk. Und sie funktionieren so gut, dass die Band über all die Jahre immer wieder überzeugen konnte. Die Jungs sind mit Herzblut bei der Sache – und zwar in allen Bereichen: beim Songschreiben, beim Aufnehmen im Studio und ganz besonders bei den mitreißenden Konzerten. Sie zelebrieren ihre Musik, vor Publikum machen sich die Jungs unsterblich. Liveauftritte sind für Pearl Jam wie eine Droge. Warum das so ist? „Weil Musik uns alles bedeutet. Sie kommt gleich nach der Liebe zu unseren Kindern“, sagt Frontmann Vedder. „Musik ist subjektiv, man kann schlecht sagen, was gut ist oder was schlecht. Gut ist es, wenn dich Musik bewegt.“

Nachdem die letzten Alben eher ruhig ausgefallen sind, ist „Pearl Jam“ wieder wilder, ja, sogar wütender. Die Musik kommt gitarrenlastiger rüber, das ist Genuss fürs Ohr. Es wird gerockt, genau wie zu den Gründungszeiten von Pearl Jam, das Ganze allerdings einen Tick erwachsener. Das zornige Auftreten der Band, das als eine Form des Protestes anzusehen ist, hängt mit der Abneigung Vedders gegenüber der Politik von US-Präsident George W. Bush zusammen. Pearl Jam sind Gegner des Irak-Kriegs. Dafür steht die Textpassage in der Singleauskopplung „World wide suicide“: „Medals on a wooden mantel, next to a handsome face, that the president took for granted, writing checks that others pay“ – was sinngemäß übersetzt bedeutet: „Tapferkeitsmedaillen auf dem Kamin neben dem Foto eines gut aussehenden, verstorbenen Soldaten, dessen Dienst vom Präsidenten als selbstverständliche Pflicht angesehen wurde – von Steuergeldern bezahlt.“

„Meine Oberweite polarisiert“ - Körbchengröße G – Bremerhavener Model Annina Ucatis dreht ab sofort Pornos und schreibt Drehbücher

Von Matthias Berlinke
Bremerhaven. Annina Ucatis hat viele Fans. Männer, die auf ihre Mega-Oberweite – Körbchengröße G – abfahren und die beim Anblick des üppigen Vorbaus in Ekstase fallen. Aber es gibt auch viele Leute, zumeist Frauen, die sich entrüstet abwenden, wenn der mit Silikonimplantaten aufgefixte Busen des 29 Jahre alten Models in ihr Blickfeld gerät. Jetzt dürften die Gräben zwischen Fans und Annina-Hassern noch tiefer werden. Denn die gebürtige Bremerhavenerin setzt in ihrer Karriere einen neuen Meilenstein. Sie will Pornos produzieren. Mitte Juli geht‘s los.

Annina Ucatis ist vom Erfolg ihres neuen Projekts überzeugt. Sie hat klare Vorstellungen, geht ihren Weg. Mit schlampig abgedrehten Amateurvideos und Schmuddelkram sollen ihre Werke nichts zu tun haben.

Es sind Profis am Werk. Die ausgebildete Immobilienkauffrau hat Verträge mit Axel Schaffrath und Uli Goldhahn unterzeichnet. Schaffrath gilt als Kenner der Szene. Der 36-Jährige hat als Manager maßgeblich an der Karriere von Pornostar Gina Wild gefeilt. Schaffraths Name hat Gewicht.
Die Rollen sind klar verteilt: Annina Ucatis hat bereits die Drehbücher für vier Filme geschrieben, Schaffrath kümmert sich um die Vermarktung, Goldhahn um die produktionstechnischen Angelegenheiten. Im Oktober sollen die ersten Filme fertig sein, damit sie auf der Erotik-Fachmesse „Venus“ in Berlin vorgestellt werden können.

Annina Ucatis freut sich auf die neue Aufgabe. Gedreht wird wahrscheinlich in einem Hamburger Studio, dazu kommen Außenaufnahmen. Dass sich möglicherweise viele Leute von ihr abwenden werden, ist der ehemaligen Schollschülerin bewusst. „Man kann es sowieso nicht allen Leuten recht machen“, meint Annina Ucatis. „Meine große Oberweite polarisiert. Die einen lieben mich, die anderen hassen mich.“

Vor der Arbeit im Studio hat die 29-Jährige keine Angst. Auch nicht vor einer möglichen Hemmschwelle, wenn es darum geht, im Licht der heißen Scheinwerfer Geschlechtsverkehr in allen Variationen darbieten zu müssen. „Ich habe Spaß am Sex und genieße es, wenn mir Leute dabei zuschauen“, sagt die Blondine. „Vom Typ her bin ich sowieso exhibitionistisch veranlagt. Ich weiß, was ich für einen Sex will, ich weiß, wie ich ihn will.“ Natürlich sei sie vor ihrem ersten Dreh aufgeregt und gespannt auf das, was sie erwartet. „Aber Herausforderungen habe ich mich immer schon gerne gestellt.“

Bei der Auswahl der männlichen Darsteller darf die gebürtige Bremerhavenerin ein gewichtiges Wort mitreden. Nicht jeder Schauspieler darf mit ihr in die Kiste. In der „Bild“ war kürzlich zu lesen, dass dem Busenwunder unter zwei Männern nichts ins Bett käme. Stimmt das denn auch? „Gut recherchiert“, meint Annina Ucatis zum Artikel des Boulevardblatts.

Ob die Pornos mit Annina Ucatis in Deutschland ein Erfolg werden, bleibt abzuwarten. Auf internationaler Bühne scheint es die ehemalige „Ische“ aus der Harald-Schmidt-Show einfacher zu haben. „Wir planen eine weltweite Vermarktung der Filme“, sagt die Hauptdarstellerin. Aus Asien würde man bereits jetzt eine große Nachfrage registrieren. Megabusen scheinen dort bei den Männern absolut gefragt zu sein.

Annina Ucatis lebt seit einigen Jahren in Köln, mitten im Herzen der Domstadt. Dort wird sie vorerst auch wohnen bleiben. Die Besuche in der Heimat fallen derweil dürftig aus. „Ich war aber erst kürzlich bei meiner Familie in Bremerhaven. Aber sehr oft schaffe ich es leider nicht mehr“, sagt das Model, das vor gar nicht langer Zeit eine intensive Affäre mit Comedy-Star Oliver Pocher pflegte. „Für meine Mutter ist es nicht ganz so einfach, dass ich Pornos machen will. Aber sie unterstützt mich trotzdem. Und meine wirklichen Freunde finden die Idee, Filme zu machen, gut. Die stehen zu mir.“

Igor Pavlov: “Alfies Ausraster hat meinen Jungs Beine gemacht”

igor2.jpgBremerhaven. Nach sieben Niederlagen in Folge konnten die Fischtown Pinguins die Talfahrt mit einem 5:3-Sieg in Ravensburg stoppen. An der Nordseeküste durfte man tief durchatmen. Auch  Coach Igor Pavlov fiel ein Stein vom Herzen.

EH-News: Herr Pavlov, der Bann scheint gebrochen. Die Pinguins können doch noch gewinnen. Wie groß ist ihre Erleichterung?
Igor Pavlov: Okay, natürlich war dieser Sieg unheimlich wichtig für uns, keine Frage. Aber wir haben die drei Punkte teuer bezahlt, weil wir zwei Spieler mit Matchstrafe und Janke mit einer schweren Knieverletzung verloren haben. Ich hoffe, dass die Jungs jetzt begriffen haben, wie viel sie investieren müssen, um ein Spiel zu gewinnen. Ab der 30. Minute war ich sehr zufrieden. Jetzt müssen wir den Sieg mit weiteren guten Ergebnissen bestätigen und den Negativ-Tendenz komplett umwandeln. Hart arbeiten, dann kommt auch der Erfolg zurück. Und wir müssen als Team zusammenstehen - von der ersten bis zur letzten Minute.

EH-News: Alfie Michaud sorgte mit seiner Goalie-Prügelei gegen Ravensburgs Conti für negative Schlagzeilen. Machen Sie Ihrem Schlussmann wegen der Hauerei Vorwürfe?
Igor Pavlov: Nein, es gibt keine Vorwürfe. Bei Alfie hat sich in den vergangenen Wochen viel negative Energie kumuliert. Irgendwann musste es passieren, irgendwann musste sie raus. Ich würde das Faustkampf-Duell in die Kategorie Showkampf einordnen. Nicht mehr, nicht weniger. Es hört sich vielleicht blöd an, aber Alfies Ausraster hat meinen Jungs Beine gemacht.

EH-News: Hatten Sie in den vergangenen Wochen manchmal das Gefühl, Ihre Mannschaft nicht mehr zu erreichen? Gab es eventuell Gedanken, die Flinte ins Korn zu werfen?
Igor Pavlov: Nein, ans Aufgeben habe ich nie gedacht. Mein Job ist es, die Mannschaft auf den richtigen Weg zu bringen. Es ist ja nicht so, dass wir die Schwachstellen nicht erkennen. Wir wissen,  wo wir unsere Probleme haben und mit der Arbeit ansetzen müssen

Matthias Berlinke

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In zehn Minuten zum Bouncer - Trendsport erreicht Bremerhaven - Spaß am Neuen Hafen

Bremerhaven (ber). Bremerhaven möchte die aktivste Stadt Deutschlands werden. Beim Wettbewerb „Mission Olympic“, ausgeschrieben vom Deutschen Olympischen Sportbund und Coca-Cola, liegt die Seestadt gut im Rennen. Und es ist beileibe nicht nur der Profisport, der an der Unterweser schöne Blüten sprießen lässt. Es tut sich auch an anderen Stellen etwas – zum Beispiel bei den Bouncern.

Bouncen – so nennt sich das Laufen mit Sprungstiefeln. Es ähnelt dem Stelzenlaufen, allerdings wirkt es wesentlich elastischer. Die Stiefel werden ans Bein geschnallt, und der Sportler „wächst“ um ein gutes Stück. Mit den Stiefeln kann man laufen, springen, hüpfen und vor allem eine Menge Spaß haben. In Bremerhaven existiert bereits eine kleine Bouncer-Gemeinde. Angeführt wird sie von Jochen Siemers. „Im Grunde ist das Bouncen völlig einfach“, sagt der ausgebildete Erzieher. „Viele können schon nach fünf Minuten Training mit den Sprungstiefeln laufen. Nach zehn Minuten schafft es eigentlich jeder.“

Siemers trifft sich mit seinen Freunden am liebsten am Neuen Hafen direkt neben der Lloyd-Marina zum Hüpfen. „Wir sind zu dritt, aber wir bekommen oft Besuch von Sportlern aus Hamburg. Die sind von den Bedingungen hier am Wasser total begeistert.“

Bis zu zwei Meter hoch und fünf Meter weit kommt man mit den Sprungstiefeln. Damit es bei Stürzen keine Verletzungen gibt, sollten Bouncer auf eine Schutzausrüstung zurückgreifen, wie sie Inlineskater benutzen. Siemers liebt das Gefühl, größer zu sein als die anderen Menschen um ihn herum, alles überblicken zu können. „Du hast einen anderen Blickwinkel, das ist faszinierend“, sagt der 39-Jährige. „Wenn man mit den Sprungstiefeln unterwegs ist, schüttet man sofort Glückshormone aus.“

Wer Lust hast, das Bouncen mal auszuprobieren, kann sich bei Jochen Siemers, Telefon 04 71/8 00 72 80 und aib@nord-com.net, melden.

Mehr Infos im Internet unter http://www.sportstadtbremerhaven.wordpress.com und http://www.ksb-bremerhaven.de

„Man geht aus seinem Körper heraus“ - Frauen leiden unter sexueller Gewalt

Bremerhaven (ber). Anja hat die Bilder von damals gestochen scharf im Kopf, wenn sie über den grausamen sexuellen Missbrauch spricht, den sie als kleines Kind („irgendwann, als ich zur Schule kam“) erleben musste. Es passierte immer wieder in der Lagerhalle eines Getränkemarktes, direkt neben der elterlichen Wohnung. Der Täter war Anjas Stiefvater. „Die Halle war sehr weitläufig. Es war kalt, es zog“, erinnert sich Anja an die Atmosphäre. „Ich musste mich auf eine Kiste setzen, er fasste mich an.“ Die Mutter, die in der Fahrschule für ihren Lappen büffelte, war nie da, als sich der Stiefvater an dem kleinen Mädchen verging. „Er hat mich öfter in die Lagerhalle geholt, immer wenn meine Mutter unterwegs war“, sagt Anja. „Während des Missbrauchs verabschiedet man sich von sich selbst, man geht aus seinem Körper heraus. Es ist eine Ohnmacht.“ Anja war damals sauer auf ihre Mutter, weil die nicht da war, um sie zu beschützen. Heute hat sich ihre Sichtweise geändert: „Ich glaube, dass sie dazu nicht in der Lage war.“ Der Vater tyrannisierte die ganze Familie, trank sehr viel Alkohol. Anja litt mit ihren beiden Geschwistern und der Mutter enorm unter dem unberechenbaren Aggressionspotenzial des Vaters. Sie war schlecht in der Schule, hatte Versagensängste. Mit viel Kraftaufwand riss Anja das Ruder rum. Sie schaffte die Handelsschule und steht heute mitten im Berufsleben. Die „Survivors“ geben ihr Rückhalt.

www.survivors-bremerhaven.de

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