Bremerhaven (ber). Den Tag der Deutschen Einheit können die Spieler der Fischtown Pinguins morgen auf der bequemen Couch verbringen. Der Eishockey-Zweitligist ist spielfrei. Erst am Sonntag, 5. Oktober, geht es mit der Partie gegen die Lausitzer Füchse weiter (18 Uhr, Eisstadion). Es bleibt also genügend Raum für Freizeit. Heute geht‘s ins Zirkuszelt.
Die Männer von Trainer Craig Streu schauen sich in Bremen die von André Heller konzipierte Show „Afrika! Afrika!“ an. Kein Training, kein Puck – einfach nur entspannen und abschalten. Nach sechs Spielen stehen die Pinguins mit sieben Punkten zwar im Soll, doch die Mannschaft steht vor schweren Aufgaben. Die Lausitzer Füchse haben einen guten Lauf, danach kommt es zu Duellen mit bärenstarken Towerstars aus Ravensburg und dem personell aufgemotzten EHC München. Der Blick auf die Kader der Zweitligisten macht deutlich: Nur Platz zehn – und damit der rettende Sprung aus der Abstiegsrunde – kann das einzige Saisonziel für die Pinguins sein.
Den Bremerhavenern fehlt die Stabilität in der Verteidigung. Gegen Dresden kassierten die Seestädter viel zu viele Schüsse und brachten sich in große Gefahr. Das Körperspiel findet auch nicht statt, und im Sturm sucht man vergeblich die „Schweinehunde der Slot-Zone“, die ihren Hintern vor das Gesicht des gegnerischen Torhüters schieben. Die Probleme sind erkannt, Streu arbeitet mit seinen Jungs hart daran, die Situation zu verbessern.
Auf personeller Ebene müssen die Bremerhavener aber enger zusammenrücken. Stürmer Brandin Cote, bester Bullyspieler des Teams, fällt wegen eines Innenbandanrisses im Knie wohl sechs Wochen aus. Verteidiger Sören Sturm hat sich glücklicherweise zwar nicht den Daumen gebrochen, muss aber wegen einer Kapselverletzung 14 Tage aussetzen. Mehrere Monate steht noch der Name Felix Thomas auf der Ausfallliste (Reha nach Operation am Kreuzband). Und mit Danny Pyka fehlt jetzt auch noch ein dritter Verteidiger. Der gebürtige Berliner wurde zu den Hannover Scorpions bestellt und soll dort den ganzen Oktober lang zum Einsatz kommen.
Nun reicht es aber mit dem Blick in die Sorgenkiste. Der Monat September hatte aus Sicht der Pinguins auch viele schöne Sachen zu bieten. Zum Beispiel die Leistung von Martin Sekera. Der 37-Jährige, von vielen im Vorfeld als schwierig und egoistisch eingestuft, ist in jeder Hinsicht ein Vorbild – als Kapitän, Vorbereiter und harter Arbeiter. Der Tscheche ist nach dem Ausfall von Cote der beste Stürmer auf dem Eis. Der Mann aus Pardubice kann gut auflegen und Räume schaffen. Nur schießen könnte er öfter. Aber das kommt schon noch.
Gut drauf sind bei den Pinguins sind die Torhüter. Alfie Michaud (vier Einsätze) und Jan Guryca (zwei) haben voll überzeugt und keine Tiefs erkennen lassen. Es ist keine hohle Phrase: Nur mit einem guten Torwart kann man im Abstiegskampf bestehen.
Und die Pinguins haben sogar zwei davon.
Bestens eingelebt hat sich Verteidiger Rob Smith. Der blonde Hüne spielt einen soliden Part und lässt nichts anbrennen. Auf ihn und seinen Partner Derek Dinger kann man sich immer verlassen. Derweil merkt man dem Deutsch-Kanadier Michael Hengen an, dass er sich an das hohe Niveau in der Zweiten Bundesliga erst gewöhnen muss.
Top-Scorer des Bremerhavener Teams ist Verteidiger Nick Anderson mit acht Punkten. Läuferisch und am Stock ist der US-Boy bärenstark, seine offene, hier und da sogar arrogant wirkende Art dürfte den Offiziellen aber die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Keine Frage, Anderson ist ein „Typ“, der die Fans begeistert, aber ein bisschen defensiver und schnörkelloser darf es dann schon sein.
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