Bremerhaven (ber). Eiserne Disziplin, gute Beine und Spaß an der Natur brauchen die Mitglieder des Unterweser-Wander-Bundes. Einmal pro Woche sind die rüstigen Männer unterwegs – selbst bei Regen und Sturm. In diesem Jahr feiern sie das 75-jährige Jubiläum des Bundes, den sie liebevoll und abgekürzt „Uwabu“ nennen.
Jeden Freitag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Wandern. „In der Sommerzeit geht es um 14.30 Uhr los. Im Winter sind wir eine halbe Stunde früher dran“, berichtet „Uwabu“-Youngster Utz Thiele. Der Schiffdorfer ist mit 63 Jahren das jüngste Mitglied. Eineinhalb bis zwei Stunden sind die Wanderer jeweils unterwegs und schaffen dabei sieben bis acht Kilometer an Wegstrecke. Die Männer – weibliche Teilnehmer, in der Regel die Ehefrauen, sind nur bei speziellen Damenwanderungen erlaubt – treffen sich meistens vor einem Gasthaus. Hier gehen die Wanderungen los, hier enden sie auch mit einem gemütlichen Beisammensein. „Auf den Wanderungen führen wir angenehme Gespräche. Jeder ist bereit, dem anderen zuzuhören“, sagt Gert Schmoll, Chef des Unterweser-Wander-Bundes, der offiziell den Titel „Baas“ trägt. „Unsere Mitglieder haben Freude an der Natur und Bewegung.“
Für jede Tour wird ein Wanderführer bestimmt, der den Weg festlegt und die Truppe – wie es der Name bereits verrät – führt. „Es hat Tradition, dass über den Wanderführer und die Streckenwahl nicht gemeckert wird“, sagt Schmoll. Die Männer haben einen Schrittzähler dabei und führen über jede Wanderung akribisch Buch. So kann jeder Teilnehmer beim Blick in Tabellenlisten nachvollziehen, wie viele Kilometer er insgesamt schon absolviert hat.
Es ist gar nicht so einfach, dem Unterweser-WanderBund beizutreten. Ein aktives Mitglied muss für den interessierten Neuankömmling bürgen. Dann gibt es Testwanderungen. Erst danach wird darüber entschieden, ob der Kandidat für den „Uwabu“ geeignet ist. Der Altersdurchschnitt in der Herrenriege liegt bei 69 Jahren, zwei Männer sind sogar schon über 80. Die Wanderer legen großen Wert darauf, dass ihre Truppe nicht als Klub oder Verein bezeichnet wird. „Der Name Bund drückt Verbundenheit aus. So stehen wir auch zueinander“, sagt „Uwabu“-Mitlied Alexander Ganse. „Wir sind uns hier näher, als wir es in einem Verein sein könnten.“
Der Rheinländer Dr. Walter zur Nieden, dem 1929 die Verwaltung des damaligen Kreises Geestemünde übergeben wurde, gründete den Unterweser-Wander-Bund im Jahr 1932. Vor allem Verwaltungsbeamte, Juristen, Ärzte und Studienräte prägten in der Anfangszeit das Bild des „Uwabu“. „Früher liefen die Männer bis zu 20 Kilometer am Stück“, erinnert sich Ganse. „Ziel war es damals schon, in guter Kameradschaft die Natur zu erkunden, und gepflegte Geselligkeit zu leben.“
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