Bremerhaven. Was passiert mit der Villa Schlotterhose? Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie von der Weserstraße aus einen neugierigen Blick über die Mauer auf den großzügig angelegten Garten und das in die Jahre gekommene Gebäude werfen. Eine komplette Antwort gibt es zwar noch nicht, dafür aber einen Käufer.
Die bislang letzten Nutzer der Villa im nördlichsten Zipfel Wulsdorfs waren Margrit und Uwe Jürdens. Das Ehepaar hauchte dem alten Gemäuer mit einem Puppencafé neues Leben ein. 2006 mussten sie aufgeben – aus finanziellen Gründen. Bis vor kurzem stand die Villa leer – und zum Verkauf. Nun gibt es einen neuen Besitzer, das hat die Immobilien GmbH der Kreissparkasse, die als Makler tätig war, bestätigt.
Aber das Rätselraten geht weiter: Um wen handelt es sich bloß bei dem neuen Eigentümer? Auskünfte gibt Corinna Carlsson. Diese Frau ist in der Maklerbranche tätig. Sie führt das Unternehmen CB Immobilien mit Sitz in Bremen. „Bei den neuen Besitzern der Villa Schlotterhose handelt es sich um Niederländer“, sagt Corinna Carlsson, die selbst angibt, als Sprecherin der neuen Eigentümer zu fungieren. Sie berichtet davon, dass die Niederländer gerne zeitnah und schnell mit den Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten beginnen würden, allerdings fehle noch das grüne Licht von der Denkmalschutzbehörde. Die neuen Besitzer wollten zunächst die Fassade in Schuss bringen und dann die Fenster austauschen, sagt Corinna Carlsson.
Die Renovierung der Villa Schlotterhose dürfte – da sind sich die Experten einig – wesentlich mehr Geld verschlingen, als für den Kauf aufgebracht werden musste. Die Villa braucht ein neues Dach, im Haus ist es feucht, die Fenster sind marode. Auflagen der Denkmalschützer, die möglicherweise einen weiteren tiefen Griff ins Portemonnaie nötig machen, kommen noch dazu.
Bleibt die Frage zu klären, wie die Villa Schlotterhose künftig genutzt werden soll. Als Café, Restaurant, Galerie oder privates Anwesen? „Der Eigentümer ist für alles offen“, sagt Corinna Carlsson. Weitergehende Auskünfte wolle sie zunächst nicht geben.
Derweil ist Hartmut Frost erleichtert. Der Tischler hatte für das damalige Puppencafé ein Modell der Villa im Maßstab 1:64 aus Holz gefertigt. Das Schmuckstück hatte seinen Platz im ersten Obergeschoss. Dort ist es trotz des Eigentümerwechsels verblieben – sehr zur Freude von Hartmut Frost. Die Niederländer benötigten das Modell als Vorlage, um die Villa wieder in ihren Ursprungszustand zu bringen, berichtet der Handwerker. „Es gibt nämlich keine Pläne mehr.“
Zudem existiert die Idee, den Miniatur-Nachbau für den Zeitraum der Villa-Sanierung in der Modellstadt zu deponieren. Modellstadt-Chef Hartmut Hoops habe sich sehr interessiert gezeigt, berichtet Frost. Sogar über einen Kauf der Miniatur-Villa habe Hoops nachgedacht.

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