“Haben das tollste Publikum der Welt” - Interview mit TSG-Erfolgstrainer Horst Beer

Bremerhaven. Horst Beer ist viel, viel mehr als „nur“ der Trainer der TSG Bremerhaven. Er ist das Herzstück des Klubs. Seine Ideen, seine Kreativität und sein Gespür für Musik haben der A-Latein-Formation eine beeindruckende Erfolgsbilanz beschert.

Seit 1984 betreut Beer das A-Team der TSG. Acht Mal holte er als Trainer den WM-Titel in die Seestadt und bescherte dem Verein weltweiten Ruhm. Am kommenden Sonnabend will Beer erneut zuschlagen. Für die TSG wäre es insgesamt bereits der 14. WM-Titel in der langen Erfolgsgeschichte des Klubs.

Zu den größten Konkurrenten im Kampf um den Sieg zählen das litauische Spitzenteam Zuvedra Klaipeda und der amtierende Weltmeister und nationale Champion Grün-Gold Bremen. Die Spannung steigt – zumal die vorhandene sportliche Rivalität zwischen der TSG und Grün-Gold ohnehin schon sehr viel Brisanz in sich birgt. Am kommenden Dienstag gibt es einen ersten Vorgeschmack auf die WM: Im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz treffen mit Beer und Roberto Albanese (Grün-Gold) die beiden Trainer aufeinander. Die Zuhörer dürfen sich auf einen packenden verbalen Schlagabtausch freuen – beide werden versuchen, Werbung in eigener Sache zu machen.

Vor dem Start der heißen Endspurtphase stellt sich Beer im Interview den Fragen von SJ-Redakteur Matthias Berlinke.

Sonntagsjournal: Herr Beer, wir gehen gleich in die Vollen. Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Die TSG wird Weltmeister, weil…
Horst Beer: Wir haben eine sensationelle Musik, eine neue, eine anspruchsvolle Choreographie, ein super motiviertes Team und das tollste Publikum der Welt.

Sonntagsjournal: Gewähren Sie uns einen Blick ins Innenleben der Mannschaft. Wie ist es um die Stimmung im Team bestellt?
Horst Beer: Die Mannschaft freut sich auf nächsten Sonnabend. Ziel ist, drei mitreißende Durchgänge auf das Parkett zu zaubern. Alle im Team wissen, dass das nur geht, wenn alle zusammenhalten und als kompaktes Team antreten.

Sonntagsjournal: Der Countdown läuft. Wie sieht die Trainingsarbeit so kurz vor einer WM aus? Geht es nur noch um den Feinschliff?
Horst Beer: Ja, jetzt folgt der Feinstschliff. Es ist alles besprochen und unzählige Male trainiert worden. Wichtig ist jetzt auch die mentale Einstellung. Aber zusammen mit meinen Co-Trainern Fred Koellner und Ralf Kühlke werden wir das Team auf der WM auf den Punkt fit haben.

Sonntagsjournal: Der letzte TSG-Sieg bei einer WM liegt bereits sechs Jahre zurück. Seit dem ersten Titelgewinn im Jahr 1977 hat es eine solch lange Durststrecke für die Bremerhavener Formation noch nie gegeben. Hat die TSG ihre Vormachtstellung verloren?Horst Beer: Die Konkurrenz, international wie auch national, schläft nicht und hat in den vergangenen Jahren viel dazugelernt. Und es gibt immer noch viele Bremerhavener, die Siege für selbstverständlich halten. Die Zeiten sind vorbei. Auch diese WM ist kein Selbstgänger. Nur wenn alle Bremerhavener zusammenhalten, das gleiche Ziel haben und für dieses Ziel bedingungslos einstehen, dann kann das Projekt Weltmeisterschaft 2007 gelingen.

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