Zwischen Tüdelkram und Wahnsinn, aber auf jeden Fall “Still Number One” - Meine Liebe zu Slut

Bremerhaven (ber). Die Bremerhavener haben eine besondere Beziehung zu Ingolstadt. Vor allem, wenn sie Eishockeyfans sind. Diese Beziehung ist schwer belastet. Warum? Dazu kommen wir später. Aber zum Glück gibt es auch locker-flockige Beziehungen zu den Bayern. Dafür sorgt die Rockband Slut.

Rückblende in den April des Jahres 2002, es ist Playoff-Zeit in der Zweiten Bundesliga: Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven schlagen in einer packenden Eishochey-Finalserie die Panther aus Ingolstadt mit 3:1 Siegen. Freudentaumel überall in der wirtschaftlich so am Boden liegenden Unterweserstadt. Bremerhaven hat sich sportlich für die DEL qualifiziert, träumt von einer glorreichen Zukunft. Ingolstadt weint. Man meint, den Pegel der Donau stetig steigen zu sehen, so sehr kullern die Tränen über die Wangen der Panther-Fans. Ingolstadt war Favorit, ein großer sogar, das Finale gegen die kleinen Bremerhavener nur eine Formsache. Tja, ein typischer Fall von Denkste.

Cool, das kleine Bremerhaven, diese graue Stadt am Weserstrand, hat es allen gezeigt.

Wenige Wochen nach dem Titelgewinn folgte die Ernüchterung. Da die Bremerhavener kein Geld hatten und auch das Stadion den hohen DEL-Ansprüchen nicht gerecht wurde, verzichten die Pinguins auf den Aufstieg - zu Gunsten der Ingolstädter Panther, denen man den Vortritt ließ.

Es ist Sommer 2002, und es begann bei mir eine heiße Hass-Phase. Hass auf Ingolstadt. Na, ich bin ehrlich, es war eher Neid. Ingolstadt hat das, was wir nicht haben. Ingolstadt hat ein Eishockey-Team in der DEL.

Neid kann soooooo weh tun. Neid hinterlässt Narben.

Aber jetzt ist alles vergessen. Ja, Eishockey ist doch nur Eishockey, und dieses monströse Ingolstadt, in dem Saturn, Audi und wer weiß ich noch zu Hause sind, hat doch seine schönen Seiten - wenn man genau hinschaut und hinhört. Und die schönsten Saiten (ahhhh, welch geiles Wortspiel) liegen in den Fingern von Slut.

 

Diese fünf Jungs sind der Wahnsinn. Es muss so vor sechs Jahren gewesen sein, als die Band einen Auftritt im Bremer „Tower“ hatte, einem klitzekleinen Raum, der wenig musikalischen Spaß erahnen ließ. Doch dann folgte der Hammer: Die Musik von Slut schlug in meinem Körper wie eine Spritze Adrenalin. Ehrlicher kann Musik nicht sein, dachte ich damals. Was ich genau damit meinte, kann ich bis heute nicht erklären. Was ist ehrliche Musik? Oder drehen wir die Frage mal um: Gibt es auch unehrliche Musik?

Ich sage auch heute noch, dass die Musik ehrlich ist. Vielleicht meine ich damit, dass man jeden Takt direkt aufsaugen kann, dass jeder Song einen harmonischen Strang hat - von vorne bis hinten. Fest steht: Ich weiß, dass ich die Slut-Musik liebe.

Viele Bands kommen und gehen. Man findet jemanden gut, und schon wenig später werden Erinnerungen an vermeintliche Hits von einer Flutwelle raus aus dem Gehörgang hinein in eine neue Welt, die Welt des unbedeutenden Krams, reingespült. Enfach weg, vergessen, belanglos. Bei Slut ist das anders. Die Band entwickelt sich weiter - von Lied zu Lied, von Album zu Album. Slut steigen auf in immer neuere Höhen, sie kommen dem Himmel so nahe. Und dennoch haben sie den Boden unter den Füßen nicht verloren. Das ist Perfektion. Vielleicht sollte ich anstelle des Wortes Perfektion einen anderen Begriff verwenden: Kunst.

Slut machen Kunst, und ich wäre der Erste, der einen Zuschuss geben würde, wenn es heißt: Baut der Band ein Denkmal.

Mein Gott, der Text liest sich ja so, als ob ich gleich den Boden unter den Füßen verlieren würde - irgendwo zwischen Tüdelkram und Wahnsinn.

Und was ist mit Ingolstadt? Ich finde diese Stadt super.

Tennisstars live in Halle erleben - Verlosungsaktion

Bremerhaven (ber). Spitzentennis auf dem grünen Rasen, dazu ein Showprogramm mit internationalen Topstars. Das alles gibt es bei den Gerry-Weber-Open im westfälischen Halle.
Die besten Tennisspieler der Welt nutzen den Abstecher nach Halle, um sich dort auf Wimbledon vorzubereiten. Dazu gehören Roger Federer aus der Schweiz und der Spanier Rafael Nadal. Aus der Musikszene treten bekannte Künstler wie Tommy Reeve, Laith Al-Deen, und Roger Cicero sowie die Bands Befour und Marquess auf.

Das Sonntagsjournal verlost für jeden Spieltag bis zum Halbfinale (Montag, 9. Juni, bis Sonnabend, 14. Juni) jeweils 5 x 2 Eintrittskarten für den Centre Court. Außerdem werden 1 x 2 Tickets für den Showkampf zwischen Henri Leconte und Thomas Mus-ter mit tollem Rahmenprogramm (Sonnabend, 7. Juni) unters Volk gebracht.

Wer Eintrittskarten gewinnen will, muss eine SMS auf die Reise schicken. Die Nummer lautet 5 20 20. Bitte die Kennung SJ GEWINN GERRYWEBER im Textfeld mit Wortzwischenraum eingeben – keine Sonderzeichen benutzen. Dann bitte schreiben Sie uns den Wochentag, für den Sie gerne Karten hätten (zum Beispiel Mittwoch). Möchten Sie lieber zum Showkampf, schreiben Sie bitte Leconte. Einsendeschluss ist am Donnerstag, 1. Mai. Noch ein Hinweis: Jede SMS kostet 0,49 Euro inklusive 0,12 Euro VFD2-Anteil. Der Rechts-weg ist ausgeschlossen. Eintrittskarten können auch unter Telefon 0 52 01/81 80 gebucht werden. Im Internet gibt‘s Infos unter http://www.gerry-weber-open.de .

Bei Wally trifft sich die Sportwelt

Wally Kruso mit NBA-Star LeBron James

Bremerhaven (ber). Im Sportgeschäft von Wally Kruso gibt es viel mehr als nur Schuhe Trikots, Hemden und Basketbälle. Der Laden in der Preßburger Straße 3 ist auch Treffpunkt für Sportkanonen und solche, die es noch werden wollen, sowie für Leute, die einfach nur schnacken möchten. Morgen feiert Kruso sein 25-jähriges Jubiläum.

Ein Besuch in Krusos Laden am Rande der Fußgängerzone lohnt sich immer. Nicht nur zum Einkaufen, auch zum Stöbern. Überall hängen Fotos. Auf den meisten ist Kruso zu sehen, Arm in Arm oder Schulter an Schulter mit den Superstars aus der Sportszene. Die ehemaligen Werder-Profis Rudi Völler und Wynton Rufer gehören zu Krusos Kumpeln, aber auch Trainer-Legende Otto Rehhagel. „Als die noch alle in Bremen tätig waren, sind die wöchentlich zu mir in den Laden gekommen“, erinnert sich Kruso, der seinen Kunden gerne auch Schmuckstücke aus alten Zeiten zeigt. So befinden sich getragene Original-Trikots von Völler, Tennis-Ass Boris Becker und der russischen Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak in seinem Fundus.

Krusos Sportgeschäft heißt übrigens nicht mehr „Nike Corner“, sondern trägt neuerdings den Namen „Wally‘s Basketball World“. Aber das hat am Charme des Ladens nichts geändert. „Ich habe hier exklusive Teile im Angebot. Aber Raritäten müssen nicht teuer sein“, sagt Kruso.
Viele Eisbären-Basketballer gehören zu Krusos Kunden. Sie kaufen sich bei ihm Schuhe. Aber auch etliche Eishockeyspieler der Fischtown Pinguins schauen regelmäßig im Laden vorbei. „Fraser Clair hat sich kürzlich bei mir Hip-Hop-Klamotten gekauft“, sagt Kruso, der eigentlich immer gut gelaunt ist. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben. Würde ich heute wieder neu auf die Welt kommen, ich würde nichts anders machen.“

Das Herz des 48 Jahre alten Geschäftsinhabers schlägt für den Basketball. Früher spielte er für den OSC Bremerhaven in der Zweiten Bundesliga und lernte dort Chris Cummings kennen, mit dem er heute noch eng befreundet ist.

Kruso ist Amerikaner, kam in New York als Sohn eines US-Soldaten auf die Welt. Zu seinen Freunden zählt auch Basketballprofi LeBron James vom NBA-Klub Cleveland Cavaliers. Der 23-Jährige, der von Ausrüster Nike für einen Werbevertrag 90 Millionen Dollar kassiert hat, ruft schon mal bei Kruso an, um zu wissen, was denn alles so in Deutschland los ist.

In der kommenden Woche gibt es in „Wally‘s Basketball World“ einen 25-Prozent-Jubiläumsrabatt auf alle Artikel. Außerdem haben sich einige Spieler der Fischtown Pinguins am morgigen Montag um 15 Uhr zu einer kleinen Autogrammstunde angekündigt.

Ein warmer Platz im Moonliner - Unterwegs mit dem Nachtbus in Bremerhaven

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Von Matthias Berlinke

Bremerhaven. Frost liegt über Wulsdorf. Wie ein eisiges Tuch schleicht der bitterkalte Nebel durch die Straßen und lässt einen weißen Schleier auf Bäumen und Autos zurück. Irgendwo am grimmig wirkenden Nachthimmel schnattern Wildgänse. Es ist ungemütlich hier draußen. Nur hartgesottene Typen trauen sich um 1.31 Uhr zur Bushaltestelle in der Poggenbruchstraße. Sie warten auf den Moonliner.

So wie der junge, kräftig gebaute Kerl mit der Kapuze auf dem Kopf. Scheint eine harte Feier hinter sich zu haben, der Gute. Er ist müde, trägt den Kopf gesenkt, die Pupillen schimmern eher schmal. Einmal noch grunzend die Nase hochziehen und aufs Straßenpflaster spucken – mehr Zeit bleibt nicht, der Bus kommt, jetzt schnell rein in die warme, rollende Hütte zu Waldemar Felker. Der hat immer einen Platz frei – und pünktlich ist er auch.

Felker arbeitet als Busfahrer für Bremerhaven Bus. Heute ist die Nachtlinie dran, Dienstbeginn 0.34 Uhr. Der Mann mit dem gemütlichen Lächeln steuert den Moonliner durch die Stadt. Am Flötenkiel geht‘s los, ab durch die Alte Bürger und City nach Wulsdorf, zurück über Reinkenheide und Hauptbahnhof in die Alte Bürger, danach bis in den tiefen Norden nach Leherheide und Langen. Und dann geht die Tour wieder von vorne los.

In Wulsdorf ist der Bus 0323 ziemlich leer, und der Kapuzenmann bleibt auch nicht lange. In Surheide steigt er aus und verschwindet in der Kälte. „Ich fahre den Moonliner gerne“, sagt Felker. „Die Fahrgäste sind friedlich und gut drauf, wenn sie von einer Party kommen. Und auf der Straße ist weniger Verkehr als tagsüber. Es lässt sich entspannter fahren.

Felker liebt seinen Job, man glaubt ihm am Lächeln ablesen zu können, dass er das Lenkrad mit Leidenschaft anpackt und gerne ein nettes Wort mit seinen Fahrgästen wechselt. Nichts wirkt aufgesetzt. „Was kann es Schöneres geben, als mit der Freundin oder dem Freund im Arm mit mir nach Hause zu fahren? Kostet nicht so viel wie ein Taxi, und warm ist es auch“, sagt Felker. Dann beginnt er zu lachen. „Gleich sind wir in der Alten Bürger. Da wird der Bus voll, und die schönen Frauen steigen ein.“

Felker, der seit 14 Jahren für die VGB auf dem Bock sitzt und 1991 aus Kasachstan übersiedelte, scheint hellseherische Fähigkeiten zu besitzen. An der Haltestelle „Schleusenstraße“ stehen tatsächlich viele Menschen, so um die 40 dürften es sein. Gruftis sind dabei, „Stinos“ – also Stinknormale – auch und natürlich schöne Frauen. Einige Passagiere müffeln nach Pommesfett, andere nach Bier, noch wieder andere haben Probleme, ihren zerknitterten Fahrschein unfallfrei in den Entwerterschlitz zu schieben. Aber gute Laune vereint sie, die haben sie nämlich alle.Nicht so toll scheint die Stimmung draußen auf der Rickmersstraße zu sein. Felkers Blick wandert nach links durch die Seitenscheibe. Drei halbstarke Männer und eine sexy gekleidete Frau springen vor einer Kneipe aus einem Auto heraus und teilen Prügel aus – wie von der Tarantel gestochen. Opfer ist ein junger Mann. „Um die wird sich gleich die Polizei kümmern“, meint der Busfahrer und setzt seine Tour fort.

Sitzplätze gibt es in 0323 keine freien mehr. Bis nach Leherheide ist ordentlich Betrieb, danach wird‘s leerer. Leer wird‘s auch im Tank. Plötzlich blinkt es bei Felker im Armaturenbrett. Kein Kühlwasser mehr. Der Familienvater aus Leherheide weiß sich schnell zu helfen. Am Buswendeplatz Heinrich-Plett-Straße wird getankt. „Hat nur ein Liter reingepasst. Merkwürdig, warum das schon am Blinken war“, stutzt Felker. Vier Minuten Verspätung kostet der ungewollte Boxenstopp. Aber die holt der Busfahrer locker wieder rein. Um 3.31 Uhr steht er wieder in der Poggenbruchstraße.

Seestadtforum für Jung und Alt - Portal besteht jetzt seit fünf Jahren

Bremerhaven (ber). Im Internet über die verschiedensten Themen diskutieren, nette Leute kennen lernen und Spaß haben - all das ist im Bremerhaven-Forum unter der Adresse seestadtforum.de möglich. Das Internetportal besteht mittlerweile schon seit fünf Jahren.

Chef im Ring ist Michael Buscher. Der Inhaber des Forums hat als Administrator die Fäden in der Hand und wird unterstützt von Melanie Aspir. „Wir haben Besucher aus den USA, Australien und der ganzen Welt, die über unser Forum die Verbindung nach Bremerhaven halten“, sagt Buscher. Hauptsächlich sind es aber Bürger aus Bremerhaven und Umgebung, die über das Forum miteinander kommunizieren. Derzeit gibt es 870 registrierte Benutzer, die sich in 17 Themenbereichen (“Areas“) tummeln. Es gibt Diskusionen über Hartz IV, die Situation in den Stadtteilen, Veranstaltungen und den hiesigen Sport. Ein Kleinanzeigenmarkt, der so genannte Marktplatz, darf nicht fehlen.

Im Seestadtforum sind alle Generationen vertreten - vom Schüler bis zum Rentner. Auch die Kommunal- und Landespolitiker schauen immer wieder mal rein, um dem Volk aufs Maul zu schauen. Viele Themen, die im Seestadtforum diskutiert werden, sind einige Zeit später auch in den lokalen Medien wiederzufinden. Zu den jüngsten Mitgliedern gehört Marcel Buscher, Sohn des Forum-Chefs. „Ich mag das Forum wegen der vielen Meinungen, schreibe aber auch gerne über Spiele“, sagt der 16-Jährige. „Ohne das Seestadtforum würde mir etwas fehlen.“

Zu den ältesten Forum-Fans gehört Elfi Wedel aus Schiffdorf. „Später, wenn man als älterer Mensch nicht mehr immer so kann, wie man will, wird der PC ganz bestimmt das Tor nach draußen. Und dann schaut man garantiert gerne ins Seestadtforum“, meint Elfi Wedl. Die Mitgliedschaft im Seestadtforum ist kostenlos. Das Angebot wird über Sponsoren finanziert.

www.seestadtforum.de

Fischtown Pinguins - Monatsbilanz für November 2007

Bremerhaven. Der November begann so viel versprechend: Interimstrainer Dieter Blum, der als Notnagel für den gefeuerten Igor Pavlov für zwei Spiele als Chef an der Bande stand, schaffte zwei Siege und schien den Karren aus dem Dreck gezogen zu haben. Doch nun herrscht Tristesse. Tom Coolen, der neue Cheftrainer der Pinguins, hat den Absturz der Küstenjungs bisher nicht bremsen können.

Abwehr: Torhüter Alfie Michaud hat nach mäßigem Start zu Saisonbeginn sein normales Leistungsniveau erreicht. Der Kanadier konnte sich als Rückhalt auszeichnen und blieb den gesamten Monat über ohne Fehler. Backup Jan Guryca, der sich bei den Pinguins mehr Spielzeit als vergangene Serie in Regensburg erhofft, stand im November keine einzige Minute zwischen den Pfosten. Die Verteidigung steht im Grunde sattelfest. Allerdings gibt es mit den Kombinationen Dave Reid/Bastian Steingroß und Derek Dinger/Nick Martens nur zwei durchweg taugliche Pärchen. Vor dem eigenen Tor muss noch energischer abgeräumt werden. Zu oft ließen die Defender ihren Goalie Michaud allein im Regen stehen.

Sturm: Die Offensivabteilung ist das große Sorgenkind der Bremerhavener. Unter Coach Coolen schossen die Pinguins im Schnitt weniger als zwei Tore pro Spiel - das ist eindeutig zu wenig, in der Liga zu überleben. Die Stürmer erarbeiten sich kaum Chancen, im Aufbau bleibt zu viel dem Zufall überlassen. Kontrolliertes Passspiel, getimte Laufwege und Kombinationen - mit diesen Elementen des Eishockeysports klappt es bei den Norddeutschen nicht. Dazu kommt eine eklatante Zweikampfschwäche. Gerade an der Bande können sich die Pinguins nicht durchsetzen. Das ist auch ein Grund für das extrem schwache Powerplayspiel der Bremerhavener.

Spieler des Monats: Markus Schmidt kam “nur” als Ergänzungsspieler nach Bremerhaven, hat sich aber schneller und besser als erwartet eingelebt. Der ehemalige Duisburger gibt einen soliden und robusten Verteidiger, kann aber genauso - wie zuletzt - im Sturm spielen. Schmidt besitzt einen guten Schuss und strahlt Torgefahr aus.

Jeden Freitag geht es raus in die Natur - Unterweser-Wander-Bund feiert sein 75-jähriges Jubiläum

Bremerhaven (ber). Eiserne Disziplin, gute Beine und Spaß an der Natur brauchen die Mitglieder des Unterweser-Wander-Bundes. Einmal pro Woche sind die rüstigen Männer unterwegs – selbst bei Regen und Sturm. In diesem Jahr feiern sie das 75-jährige Jubiläum des Bundes, den sie liebevoll und abgekürzt „Uwabu“ nennen.

Jeden Freitag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Wandern. „In der Sommerzeit geht es um 14.30 Uhr los. Im Winter sind wir eine halbe Stunde früher dran“, berichtet „Uwabu“-Youngster Utz Thiele. Der Schiffdorfer ist mit 63 Jahren das jüngste Mitglied. Eineinhalb bis zwei Stunden sind die Wanderer jeweils unterwegs und schaffen dabei sieben bis acht Kilometer an Wegstrecke. Die Männer – weibliche Teilnehmer, in der Regel die Ehefrauen, sind nur bei speziellen Damenwanderungen erlaubt – treffen sich meistens vor einem Gasthaus. Hier gehen die Wanderungen los, hier enden sie auch mit einem gemütlichen Beisammensein. „Auf den Wanderungen führen wir angenehme Gespräche. Jeder ist bereit, dem anderen zuzuhören“, sagt Gert Schmoll, Chef des Unterweser-Wander-Bundes, der offiziell den Titel „Baas“ trägt. „Unsere Mitglieder haben Freude an der Natur und Bewegung.“

Für jede Tour wird ein Wanderführer bestimmt, der den Weg festlegt und die Truppe – wie es der Name bereits verrät – führt. „Es hat Tradition, dass über den Wanderführer und die Streckenwahl nicht gemeckert wird“, sagt Schmoll. Die Männer haben einen Schrittzähler dabei und führen über jede Wanderung akribisch Buch. So kann jeder Teilnehmer beim Blick in Tabellenlisten nachvollziehen, wie viele Kilometer er insgesamt schon absolviert hat.

Es ist gar nicht so einfach, dem Unterweser-WanderBund beizutreten. Ein aktives Mitglied muss für den interessierten Neuankömmling bürgen. Dann gibt es Testwanderungen. Erst danach wird darüber entschieden, ob der Kandidat für den „Uwabu“ geeignet ist. Der Altersdurchschnitt in der Herrenriege liegt bei 69 Jahren, zwei Männer sind sogar schon über 80. Die Wanderer legen großen Wert darauf, dass ihre Truppe nicht als Klub oder Verein bezeichnet wird. „Der Name Bund drückt Verbundenheit aus. So stehen wir auch zueinander“, sagt „Uwabu“-Mitlied Alexander Ganse. „Wir sind uns hier näher, als wir es in einem Verein sein könnten.“

Der Rheinländer Dr. Walter zur Nieden, dem 1929 die Verwaltung des damaligen Kreises Geestemünde übergeben wurde, gründete den Unterweser-Wander-Bund im Jahr 1932. Vor allem Verwaltungsbeamte, Juristen, Ärzte und Studienräte prägten in der Anfangszeit das Bild des „Uwabu“. „Früher liefen die Männer bis zu 20 Kilometer am Stück“, erinnert sich Ganse. „Ziel war es damals schon, in guter Kameradschaft die Natur zu erkunden, und gepflegte Geselligkeit zu leben.“

Derek Dinger ist ein Stratege

derek.jpgBremerhaven. Die Fischtown Pinguins wollen wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangen. Es gibt etliche Dinge an denen gearbeitet werden muss - zum Beispiel am Powerplay und am Zweikampfverhalten. Es gibt aber durchaus auch Lichtblicke im Team von Trainer Tom Coolen. Zu diesen positiven Erscheinungen gehört sicherlich Derek Dinger.Der 20 Jahre alte Verteidiger hat sich bei den Bremerhavenern in den Vordergrund gespielt und ist aus dem Mannschaftsgefüge nicht mehr wegzudenken. “Bei den Pinguins habe ich von Anfang Vertrauen und Unterstützung bekommen”, sagt Dinger. “Das darf man aber nicht falsch verstehen. Geschenkt bekommen habe ich hier nichts. Aber es wichtig zu wissen, dass alle hinter einem stehen.”Der Neuzugang aus Berlin spielt äußerst solide. Er lässt defensiv nichts anbrennen und versucht immer wieder, Impulse für das Angriffsspiel zu setzen. Dinger ist ein Stratege. Blindlings mit dem Kopf durch die Wand - nein, das ist nicht seine Sache. “Derek hat Übersicht . Er ist in der Lage, das Spiel in jeder Phase zu lesen. Kein Wunder, hat er doch immer den Kopf oben”, sagt Pinguins-Teammanager Alfred Prey. “So stark, wie Derek hier bei uns auftritt, hatten wir ihn im Sommer nicht erwartet. Wir glaubten, dass er länger braucht, um den Sprung von der Oberliga in die Zweite Liga zu schaffen.”

Auch wenn die Pinguins derzeit im Tabellenkeller wieder zu finden sind, fühlt sich Dinger an der Nordseeküste bestens aufgehoben. “Ich habe hier viele Eiszeiten. Man kann sogar von einem Glückslos sprechen, wenn man sieht, dass viele meiner ehemaligen Weggefährten irgendwo im vierten Block versauern” sagt Dinger. Mittelfristig wird Dinger in der DEL auftauchen - da sind sich die Experten einig. Aber in der neuen Saison kann es gut passieren, dass er wieder das Pinguins-Trikot überstreift. “Das kann ich mir gut vorstellen”, sagt der gebürtige Kasseler.
Erst einmal gilt es aber, die Pinguins so schnell wie möglich wieder flott zu machen. Die Bremerhavener stecken irgendwo zwischen Playoff-Hoffnung und Abstiegskampf. “Wir stehen am Scheideweg”, sagt Dinger. “Das Potenzial für die Playoffs ist auf jeden Fall da. Dass die Ergebnisse nicht stimmen, liegt nur an Kleinigkeiten. Und die dürfen nicht mehr vorkommen.”

www.revbremerhaven.de

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Es gibt neue Eigentümer - Niederländer kaufen die Villa Schlotterhose – Zukünftige Nutzung bleibt unklar

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Bremerhaven. Was passiert mit der Villa Schlotterhose? Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie von der Weserstraße aus einen neugierigen Blick über die Mauer auf den großzügig angelegten Garten und das in die Jahre gekommene Gebäude werfen. Eine komplette Antwort gibt es zwar noch nicht, dafür aber einen Käufer.

Die bislang letzten Nutzer der Villa im nördlichsten Zipfel Wulsdorfs waren Margrit und Uwe Jürdens. Das Ehepaar hauchte dem alten Gemäuer mit einem Puppencafé neues Leben ein. 2006 mussten sie aufgeben – aus finanziellen Gründen. Bis vor kurzem stand die Villa leer – und zum Verkauf. Nun gibt es einen neuen Besitzer, das hat die Immobilien GmbH der Kreissparkasse, die als Makler tätig war, bestätigt.

Aber das Rätselraten geht weiter: Um wen handelt es sich bloß bei dem neuen Eigentümer? Auskünfte gibt Corinna Carlsson. Diese Frau ist in der Maklerbranche tätig. Sie führt das Unternehmen CB Immobilien mit Sitz in Bremen. „Bei den neuen Besitzern der Villa Schlotterhose handelt es sich um Niederländer“, sagt Corinna Carlsson, die selbst angibt, als Sprecherin der neuen Eigentümer zu fungieren. Sie berichtet davon, dass die Niederländer gerne zeitnah und schnell mit den Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten beginnen würden, allerdings fehle noch das grüne Licht von der Denkmalschutzbehörde. Die neuen Besitzer wollten zunächst die Fassade in Schuss bringen und dann die Fenster austauschen, sagt Corinna Carlsson.

Die Renovierung der Villa Schlotterhose dürfte – da sind sich die Experten einig – wesentlich mehr Geld verschlingen, als für den Kauf aufgebracht werden musste. Die Villa braucht ein neues Dach, im Haus ist es feucht, die Fenster sind marode. Auflagen der Denkmalschützer, die möglicherweise einen weiteren tiefen Griff ins Portemonnaie nötig machen, kommen noch dazu.

Bleibt die Frage zu klären, wie die Villa Schlotterhose künftig genutzt werden soll. Als Café, Restaurant, Galerie oder privates Anwesen? „Der Eigentümer ist für alles offen“, sagt Corinna Carlsson. Weitergehende Auskünfte wolle sie zunächst nicht geben.

Derweil ist Hartmut Frost erleichtert. Der Tischler hatte für das damalige Puppencafé ein Modell der Villa im Maßstab 1:64 aus Holz gefertigt. Das Schmuckstück hatte seinen Platz im ersten Obergeschoss. Dort ist es trotz des Eigentümerwechsels verblieben – sehr zur Freude von Hartmut Frost. Die Niederländer benötigten das Modell als Vorlage, um die Villa wieder in ihren Ursprungszustand zu bringen, berichtet der Handwerker. „Es gibt nämlich keine Pläne mehr.“

Zudem existiert die Idee, den Miniatur-Nachbau für den Zeitraum der Villa-Sanierung in der Modellstadt zu deponieren. Modellstadt-Chef Hartmut Hoops habe sich sehr interessiert gezeigt, berichtet Frost. Sogar über einen Kauf der Miniatur-Villa habe Hoops nachgedacht.

“Haben das tollste Publikum der Welt” - Interview mit TSG-Erfolgstrainer Horst Beer

Bremerhaven. Horst Beer ist viel, viel mehr als „nur“ der Trainer der TSG Bremerhaven. Er ist das Herzstück des Klubs. Seine Ideen, seine Kreativität und sein Gespür für Musik haben der A-Latein-Formation eine beeindruckende Erfolgsbilanz beschert.

Seit 1984 betreut Beer das A-Team der TSG. Acht Mal holte er als Trainer den WM-Titel in die Seestadt und bescherte dem Verein weltweiten Ruhm. Am kommenden Sonnabend will Beer erneut zuschlagen. Für die TSG wäre es insgesamt bereits der 14. WM-Titel in der langen Erfolgsgeschichte des Klubs.

Zu den größten Konkurrenten im Kampf um den Sieg zählen das litauische Spitzenteam Zuvedra Klaipeda und der amtierende Weltmeister und nationale Champion Grün-Gold Bremen. Die Spannung steigt – zumal die vorhandene sportliche Rivalität zwischen der TSG und Grün-Gold ohnehin schon sehr viel Brisanz in sich birgt. Am kommenden Dienstag gibt es einen ersten Vorgeschmack auf die WM: Im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz treffen mit Beer und Roberto Albanese (Grün-Gold) die beiden Trainer aufeinander. Die Zuhörer dürfen sich auf einen packenden verbalen Schlagabtausch freuen – beide werden versuchen, Werbung in eigener Sache zu machen.

Vor dem Start der heißen Endspurtphase stellt sich Beer im Interview den Fragen von SJ-Redakteur Matthias Berlinke.

Sonntagsjournal: Herr Beer, wir gehen gleich in die Vollen. Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Die TSG wird Weltmeister, weil…
Horst Beer: Wir haben eine sensationelle Musik, eine neue, eine anspruchsvolle Choreographie, ein super motiviertes Team und das tollste Publikum der Welt.

Sonntagsjournal: Gewähren Sie uns einen Blick ins Innenleben der Mannschaft. Wie ist es um die Stimmung im Team bestellt?
Horst Beer: Die Mannschaft freut sich auf nächsten Sonnabend. Ziel ist, drei mitreißende Durchgänge auf das Parkett zu zaubern. Alle im Team wissen, dass das nur geht, wenn alle zusammenhalten und als kompaktes Team antreten.

Sonntagsjournal: Der Countdown läuft. Wie sieht die Trainingsarbeit so kurz vor einer WM aus? Geht es nur noch um den Feinschliff?
Horst Beer: Ja, jetzt folgt der Feinstschliff. Es ist alles besprochen und unzählige Male trainiert worden. Wichtig ist jetzt auch die mentale Einstellung. Aber zusammen mit meinen Co-Trainern Fred Koellner und Ralf Kühlke werden wir das Team auf der WM auf den Punkt fit haben.

Sonntagsjournal: Der letzte TSG-Sieg bei einer WM liegt bereits sechs Jahre zurück. Seit dem ersten Titelgewinn im Jahr 1977 hat es eine solch lange Durststrecke für die Bremerhavener Formation noch nie gegeben. Hat die TSG ihre Vormachtstellung verloren?Horst Beer: Die Konkurrenz, international wie auch national, schläft nicht und hat in den vergangenen Jahren viel dazugelernt. Und es gibt immer noch viele Bremerhavener, die Siege für selbstverständlich halten. Die Zeiten sind vorbei. Auch diese WM ist kein Selbstgänger. Nur wenn alle Bremerhavener zusammenhalten, das gleiche Ziel haben und für dieses Ziel bedingungslos einstehen, dann kann das Projekt Weltmeisterschaft 2007 gelingen.

http://www.sonntagsjournal.de

http://www.tsg-bremerhaven.de

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