Ausflug ins Zirkuszelt – Nordsee-Zeitung vom 2. Oktober 2008

Bremerhaven (ber). Den Tag der Deutschen Einheit können die Spieler der Fischtown Pinguins morgen auf der bequemen Couch verbringen. Der Eishockey-Zweitligist ist spielfrei. Erst am Sonntag, 5. Oktober, geht es mit der Partie gegen die Lausitzer Füchse weiter (18 Uhr, Eisstadion). Es bleibt also genügend Raum für Freizeit. Heute geht‘s ins Zirkuszelt.

Die Männer von Trainer Craig Streu schauen sich in Bremen die von André Heller konzipierte Show „Afrika! Afrika!“ an. Kein Training, kein Puck – einfach nur entspannen und abschalten. Nach sechs Spielen stehen die Pinguins mit sieben Punkten zwar im Soll, doch die Mannschaft steht vor schweren Aufgaben. Die Lausitzer Füchse haben einen guten Lauf, danach kommt es zu Duellen mit bärenstarken Towerstars aus Ravensburg und dem personell aufgemotzten EHC München. Der Blick auf die Kader der Zweitligisten macht deutlich: Nur Platz zehn – und damit der rettende Sprung aus der Abstiegsrunde – kann das einzige Saisonziel für die Pinguins sein.

Den Bremerhavenern fehlt die Stabilität in der Verteidigung. Gegen Dresden kassierten die Seestädter viel zu viele Schüsse und brachten sich in große Gefahr. Das Körperspiel findet auch nicht statt, und im Sturm sucht man vergeblich die „Schweinehunde der Slot-Zone“, die ihren Hintern vor das Gesicht des gegnerischen Torhüters schieben. Die Probleme sind erkannt, Streu arbeitet mit seinen Jungs hart daran, die Situation zu verbessern.

Auf personeller Ebene müssen die Bremerhavener aber enger zusammenrücken. Stürmer Brandin Cote, bester Bullyspieler des Teams, fällt wegen eines Innenbandanrisses im Knie wohl sechs Wochen aus. Verteidiger Sören Sturm hat sich glücklicherweise zwar nicht den Daumen gebrochen, muss aber wegen einer Kapselverletzung 14 Tage aussetzen. Mehrere Monate steht noch der Name Felix Thomas auf der Ausfallliste (Reha nach Operation am Kreuzband). Und mit Danny Pyka fehlt jetzt auch noch ein dritter Verteidiger. Der gebürtige Berliner wurde zu den Hannover Scorpions bestellt und soll dort den ganzen Oktober lang zum Einsatz kommen.

Nun reicht es aber mit dem Blick in die Sorgenkiste. Der Monat September hatte aus Sicht der Pinguins auch viele schöne Sachen zu bieten. Zum Beispiel die Leistung von Martin Sekera. Der 37-Jährige, von vielen im Vorfeld als schwierig und egoistisch eingestuft, ist in jeder Hinsicht ein Vorbild – als Kapitän, Vorbereiter und harter Arbeiter. Der Tscheche ist nach dem Ausfall von Cote der beste Stürmer auf dem Eis. Der Mann aus Pardubice kann gut auflegen und Räume schaffen. Nur schießen könnte er öfter. Aber das kommt schon noch.

Gut drauf sind bei den Pinguins sind die Torhüter. Alfie Michaud (vier Einsätze) und Jan Guryca (zwei) haben voll überzeugt und keine Tiefs erkennen lassen. Es ist keine hohle Phrase: Nur mit einem guten Torwart kann man im Abstiegskampf bestehen.

Und die Pinguins haben sogar zwei davon.

Bestens eingelebt hat sich Verteidiger Rob Smith. Der blonde Hüne spielt einen soliden Part und lässt nichts anbrennen. Auf ihn und seinen Partner Derek Dinger kann man sich immer verlassen. Derweil merkt man dem Deutsch-Kanadier Michael Hengen an, dass er sich an das hohe Niveau in der Zweiten Bundesliga erst gewöhnen muss.

Top-Scorer des Bremerhavener Teams ist Verteidiger Nick Anderson mit acht Punkten. Läuferisch und am Stock ist der US-Boy bärenstark, seine offene, hier und da sogar arrogant wirkende Art dürfte den Offiziellen aber die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Keine Frage, Anderson ist ein „Typ“, der die Fans begeistert, aber ein bisschen defensiver und schnörkelloser darf es dann schon sein.

Pinguins-Coach Craig Streu testet die Stadien der Zweiten Bundesliga

Bremerhaven. Craig Streu kann so schnell niemand etwas vormachen. Der Kanadier, der von seinen Kumpels liebevoll „Professor” gerufen wird, kennt sich in der Szene bestens aus. Von 1999 bis 2003 und von 2004 bis 2008 war der filigrane Stürmer für die Fischtown Pinguins und den EHC Neuwied in der Zweiten Bundesliga.

Streu, der einen deutschen Pass besitzt und unter Hans Zach sieben Länderspiele bestritt, hat seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt und öffnet nun als Trainer in Bremerhaven ein neues Kapitel in seiner Eishockey-Karriere. Für die Eishockey-News machte der 40-Jährige einen Rundgang der besonderen Art und begutachtete die Eisstadien in der Zweiten Liga. Streu weiß am besten, wo die Kabinen am gemütlichsten sind und die Stimmung am besten ist.

„Nichts geht über Bremerhaven. Unser Stadion am Wilhelm-Kaisen-Platz ist das absolute Highligt”, sagt Streu und beginnt zu lachen. „Nein, natürlich weiß ich, dass die Kabinen, Duschen und Toiletten für die Gastmannschaften peinlich sind. Aber in unserer kleinen Fischdose herrscht eine besondere Atmosphäre. Die kommt gerade bei den Jungs gut an, die frisch aus Nordamerika kommen.” In Bremerhaven gibt es erst seit vier Jahren eine Plexiglasumrandung. Vorher hingen rund um die Spielfläche Netze. „Schade, dass es die nicht mehr gibt. Da konnten unsere Fans immer durchgreifen und mitmischen”, witzelt Streu. „Die Atmosphäre in Bremerhaven kann man nicht beschreiben, die muss man erlebt haben.”

Nach Meinung des ehemaligen Pinguins-Kapitäns befindet sich die beste Arena der Zweiten Bundesliga in Ravensburg. „Keine Frage, da ist alles top”, sagt Streu. „Da kann man schon mal die lange Anfahrt in Kauf nehmen.” In der Heimspielstätte der Tower Stars seien die Kabinen perfekt, auch Eis und Bande verdienten Bestnoten. „Nicht vergessen darf man das Stadionrestaurant”, berichtet Streu. „Dort gibt‘s viele nette Leute – und es schmeckt.”

Der neue Coach der Bremerhavener könnte sein Geld auch sehr gut als Gourmetkritiker verdienen. „Wo wir schon bei Stadiongaststätten sind – die in Bad Tölz ist auch super”, sagt der gelernte Mittelstürmer. „Bei den Oberbayern bin ich immer gerne, generell fühlst du dich als Gast dort wohl. Die Halle in Tölz ist super – vor allem, wenn die Wiederholungen unserer Tore auf der Videowand zu sehen sind. Da darf man sich nicht ablenken lassen.”

Streu hat viele lobende Worte für die Hallen in der Zweiten Liga über. Aber er findet auch kritische Worte. Zum Beispiel über die Franz-Siegel-Halle in Freiburg. „Es steht einem Offiziellen aus Bremerhaven eigentlich nicht zu, sich über zu kleine Kabinen zu beschweren. Aber die Umkleiden in Freiburg könnten schon größer sein”, sagt Streu. Ein weiteres Problem stellten die Lichtverhältnisse dar. Auf dem Spielfeld sei es zu dunkel. „Einmal mussten wir in der 50. Minute ein zusätzliches Mal die Seiten wechseln, weil über einem Tor die Lampen ausfielen und es ungerechte Bedingungen gab”, so der Pinguins-Trainer.

Überraschend schlecht kommt die neue Lavatec-Arena in Heilbronn in der Beurteilung des Kanadiers weg. Die Mannschaftsbänke seien zwar top und befänden sich in direkter Nähe zur Kabine, dafür aber gebe es Probleme mit den Temperaturen. „In der Arena ist es einfach zu warm. Dadurch wird das Eis weich. Schade”, meint Streu.

Das beste Eis der Liga gibt es nach Meinung des Pinguins-Trainers übrigens in Crimmitschau. „Das ist dort wahnsinnig schnell”, sagt Streu. „Und auch die Banden lassen sich sehr schnell spielen.” Die Bremerhavener Eishockey-Legende liebt den Sahnpark. „Coole Stimmung”, meint der 40-Jährige. „Ich habe schon in Crimmitschau gespielt, als es dort noch kein Dach gab. Ich kann mich erinnern, dass im Sahnpark öfter mal ein Typ mit Maske das Plexiglas hochgeklettert ist, um Stimmung zu machen. Es fliegen auch Gegenstände aufs Eis, aber irgendwie gehört das dazu. Es macht Spaß, dort zu spielen.”

Der Trainer der Bremerhavener schaut weiter in den Osten. In Weißwasser wäre der „Professor” vor einigen Jahren beinahe als Spieler gelandet. Vom Eishockey in der Lausitz hat Streu immer noch eine hohe Meinung. „Weißwasser ist eine klassische Eishockeystadt, die niemals von der Landkarte verschwinden darf”, sagt Streu. „Dort herrscht immer eine gute Stimmung. Die Kabinen im Fuchsbau sind vorbildlich. Nur der Weg zum Eis ist sehr, sehr weit – gefühlte zweieinhalb Kilometer.”

Streus weitere Beurteilungen im Überblick:

Freiberger-Arena in Dresden: „Das ist die einzige Arena in der Zweiten Liga, in der ich noch nicht aktiv war. Im vergangenen Jahr machten wir dort ein Testspiel, aber ich war verletzt. Die Halle soll aber schön sein, auch wenn es damals wohl Probleme mit Nebel gab. In der alten Halle war es bitterkalt, und die Netze hinter den Toren waren blöd.

Stadion am Gutenbergweg in Landshut: „Dort geht die Post ab. Die Fans dort dürfen sich über eine tolle Atmosphäre freuen. Die Kabinen sind top, an der Spielfläche gibt s nichts auszusetzen. Halt, eine Ausnahme: Die Stufe von der Mannschaftsbank hin zum Eis ist extrem hoch, da musst du aufpassen, dass du nicht stolperst und dir eine Zerrung einfängst.”

Bauchenbergstadion in Schwenningen: „Hier meint man, dass die Fans ganz eng hinter dem Spielfeld stehen. Geniale Stimmung. Ich bin froh, dass die Halle nun geschlossen wird, denn im Winter war es dort ziemlich kalt. Bei einem Gastspiel im Winter sind uns mal auf der Bank die Getränkeflaschen eingefroren – kein Scherz.”

Ellental in Bietigheim-Bissingen: „Hier sind die Fans auch eng mit dabei. Schön ist, dass man von der Kabine direkt aufs Eis kommt. Das ist optimal gelöst.

Olympia-Eisstadion in München: „In München gibt es mit Abstand das beste Plexiglas der Liga. Es lässt sich dort sehr gut spielen. Es gibt nichts zu meckern.”

Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen: „Keine Frage, im Oberland gibt‘s die geräumigsten Kabinen der Zweiten Liga. Eis, Bande, Plexiglas – alles in Ordnung. Hier macht das Spielen riesigen Spaß. Der einzige Nachteil: Die Halle ist ziemlich groß, und das ist nicht gut für die Stimmung, wenn es nicht voll ist.”

Vor der Saison 2008/2009: Interview mit Pinguins-Coach Craig Streu

Craig Streu, Sie beginnen in Bremerhaven einen neuen Lebensabschnitt und wollen sich als Trainer etablieren. Waren Sie nervös, als Sie Ihre erste Einheit leiten mussten?

Craig Streu: Ich war aufgeregt, natürlich. Aber das hatte nichts mit der neuen Aufgabe zu tun. Es ist immer spannend, wenn man das erste Mal nach der Sommerpause aufs Eis darf. Schon als Spieler war es kribbelig – so sehr freute ich mich. Und als Trainer bin ich nicht weniger aufgeregt gewesen – ich habe mich genauso gefreut wie die Spieler. Die Aufgabe an sich macht mich nicht nervös.
 

Viele Jahre lang waren Sie Kapitän der Pinguins. Nun muss jemand anders in Ihre Fußstapfen treten. Wer wird das sein?

Craig Streu: Warten wir es ab. Ich kann definitiv noch keinen Namen nennen. Erst nach der Vorbereitung werde ich mich festlegen.

 

Aber Sie haben doch einen persönlichen Favoriten?

Craig Streu: Nein. Ich muss erst einmal schauen, wie sich das Team entwickelt. Es gibt keinen Favoriten. Ein Kapitän muss in der Kabine eine wichtige Rolle spielen – und natürlich auch auf dem Eis. Mal sehen, wer in diesen Bereichen auf sich aufmerksam machen kann. Es kann ein deutscher Spieler mit dem „C” herumlaufen, vielleicht wird es aber auch ein Ausländer, möglicherweise sogar ein Rookie. Das alles ist völlig offen.

Zwischen Tüdelkram und Wahnsinn, aber auf jeden Fall “Still Number One” – Meine Liebe zu Slut

Bremerhaven (ber). Die Bremerhavener haben eine besondere Beziehung zu Ingolstadt. Vor allem, wenn sie Eishockeyfans sind. Diese Beziehung ist schwer belastet. Warum? Dazu kommen wir später. Aber zum Glück gibt es auch locker-flockige Beziehungen zu den Bayern. Dafür sorgt die Rockband Slut.

Rückblende in den April des Jahres 2002, es ist Playoff-Zeit in der Zweiten Bundesliga: Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven schlagen in einer packenden Eishochey-Finalserie die Panther aus Ingolstadt mit 3:1 Siegen. Freudentaumel überall in der wirtschaftlich so am Boden liegenden Unterweserstadt. Bremerhaven hat sich sportlich für die DEL qualifiziert, träumt von einer glorreichen Zukunft. Ingolstadt weint. Man meint, den Pegel der Donau stetig steigen zu sehen, so sehr kullern die Tränen über die Wangen der Panther-Fans. Ingolstadt war Favorit, ein großer sogar, das Finale gegen die kleinen Bremerhavener nur eine Formsache. Tja, ein typischer Fall von Denkste.

Cool, das kleine Bremerhaven, diese graue Stadt am Weserstrand, hat es allen gezeigt.

Wenige Wochen nach dem Titelgewinn folgte die Ernüchterung. Da die Bremerhavener kein Geld hatten und auch das Stadion den hohen DEL-Ansprüchen nicht gerecht wurde, verzichten die Pinguins auf den Aufstieg – zu Gunsten der Ingolstädter Panther, denen man den Vortritt ließ.

Es ist Sommer 2002, und es begann bei mir eine heiße Hass-Phase. Hass auf Ingolstadt. Na, ich bin ehrlich, es war eher Neid. Ingolstadt hat das, was wir nicht haben. Ingolstadt hat ein Eishockey-Team in der DEL.

Neid kann soooooo weh tun. Neid hinterlässt Narben.

Aber jetzt ist alles vergessen. Ja, Eishockey ist doch nur Eishockey, und dieses monströse Ingolstadt, in dem Saturn, Audi und wer weiß ich noch zu Hause sind, hat doch seine schönen Seiten – wenn man genau hinschaut und hinhört. Und die schönsten Saiten (ahhhh, welch geiles Wortspiel) liegen in den Fingern von Slut.

 

Diese fünf Jungs sind der Wahnsinn. Es muss so vor sechs Jahren gewesen sein, als die Band einen Auftritt im Bremer „Tower“ hatte, einem klitzekleinen Raum, der wenig musikalischen Spaß erahnen ließ. Doch dann folgte der Hammer: Die Musik von Slut schlug in meinem Körper wie eine Spritze Adrenalin. Ehrlicher kann Musik nicht sein, dachte ich damals. Was ich genau damit meinte, kann ich bis heute nicht erklären. Was ist ehrliche Musik? Oder drehen wir die Frage mal um: Gibt es auch unehrliche Musik?

Ich sage auch heute noch, dass die Musik ehrlich ist. Vielleicht meine ich damit, dass man jeden Takt direkt aufsaugen kann, dass jeder Song einen harmonischen Strang hat – von vorne bis hinten. Fest steht: Ich weiß, dass ich die Slut-Musik liebe.

Viele Bands kommen und gehen. Man findet jemanden gut, und schon wenig später werden Erinnerungen an vermeintliche Hits von einer Flutwelle raus aus dem Gehörgang hinein in eine neue Welt, die Welt des unbedeutenden Krams, reingespült. Enfach weg, vergessen, belanglos. Bei Slut ist das anders. Die Band entwickelt sich weiter – von Lied zu Lied, von Album zu Album. Slut steigen auf in immer neuere Höhen, sie kommen dem Himmel so nahe. Und dennoch haben sie den Boden unter den Füßen nicht verloren. Das ist Perfektion. Vielleicht sollte ich anstelle des Wortes Perfektion einen anderen Begriff verwenden: Kunst.

Slut machen Kunst, und ich wäre der Erste, der einen Zuschuss geben würde, wenn es heißt: Baut der Band ein Denkmal.

Mein Gott, der Text liest sich ja so, als ob ich gleich den Boden unter den Füßen verlieren würde – irgendwo zwischen Tüdelkram und Wahnsinn.

Und was ist mit Ingolstadt? Ich finde diese Stadt super.

Tennisstars live in Halle erleben – Verlosungsaktion

Bremerhaven (ber). Spitzentennis auf dem grünen Rasen, dazu ein Showprogramm mit internationalen Topstars. Das alles gibt es bei den Gerry-Weber-Open im westfälischen Halle.
Die besten Tennisspieler der Welt nutzen den Abstecher nach Halle, um sich dort auf Wimbledon vorzubereiten. Dazu gehören Roger Federer aus der Schweiz und der Spanier Rafael Nadal. Aus der Musikszene treten bekannte Künstler wie Tommy Reeve, Laith Al-Deen, und Roger Cicero sowie die Bands Befour und Marquess auf.

Das Sonntagsjournal verlost für jeden Spieltag bis zum Halbfinale (Montag, 9. Juni, bis Sonnabend, 14. Juni) jeweils 5 x 2 Eintrittskarten für den Centre Court. Außerdem werden 1 x 2 Tickets für den Showkampf zwischen Henri Leconte und Thomas Mus-ter mit tollem Rahmenprogramm (Sonnabend, 7. Juni) unters Volk gebracht.

Wer Eintrittskarten gewinnen will, muss eine SMS auf die Reise schicken. Die Nummer lautet 5 20 20. Bitte die Kennung SJ GEWINN GERRYWEBER im Textfeld mit Wortzwischenraum eingeben – keine Sonderzeichen benutzen. Dann bitte schreiben Sie uns den Wochentag, für den Sie gerne Karten hätten (zum Beispiel Mittwoch). Möchten Sie lieber zum Showkampf, schreiben Sie bitte Leconte. Einsendeschluss ist am Donnerstag, 1. Mai. Noch ein Hinweis: Jede SMS kostet 0,49 Euro inklusive 0,12 Euro VFD2-Anteil. Der Rechts-weg ist ausgeschlossen. Eintrittskarten können auch unter Telefon 0 52 01/81 80 gebucht werden. Im Internet gibt‘s Infos unter http://www.gerry-weber-open.de .

Bei Wally trifft sich die Sportwelt

Wally Kruso mit NBA-Star LeBron James

Bremerhaven (ber). Im Sportgeschäft von Wally Kruso gibt es viel mehr als nur Schuhe Trikots, Hemden und Basketbälle. Der Laden in der Preßburger Straße 3 ist auch Treffpunkt für Sportkanonen und solche, die es noch werden wollen, sowie für Leute, die einfach nur schnacken möchten. Morgen feiert Kruso sein 25-jähriges Jubiläum.

Ein Besuch in Krusos Laden am Rande der Fußgängerzone lohnt sich immer. Nicht nur zum Einkaufen, auch zum Stöbern. Überall hängen Fotos. Auf den meisten ist Kruso zu sehen, Arm in Arm oder Schulter an Schulter mit den Superstars aus der Sportszene. Die ehemaligen Werder-Profis Rudi Völler und Wynton Rufer gehören zu Krusos Kumpeln, aber auch Trainer-Legende Otto Rehhagel. „Als die noch alle in Bremen tätig waren, sind die wöchentlich zu mir in den Laden gekommen“, erinnert sich Kruso, der seinen Kunden gerne auch Schmuckstücke aus alten Zeiten zeigt. So befinden sich getragene Original-Trikots von Völler, Tennis-Ass Boris Becker und der russischen Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak in seinem Fundus.

Krusos Sportgeschäft heißt übrigens nicht mehr „Nike Corner“, sondern trägt neuerdings den Namen „Wally‘s Basketball World“. Aber das hat am Charme des Ladens nichts geändert. „Ich habe hier exklusive Teile im Angebot. Aber Raritäten müssen nicht teuer sein“, sagt Kruso.
Viele Eisbären-Basketballer gehören zu Krusos Kunden. Sie kaufen sich bei ihm Schuhe. Aber auch etliche Eishockeyspieler der Fischtown Pinguins schauen regelmäßig im Laden vorbei. „Fraser Clair hat sich kürzlich bei mir Hip-Hop-Klamotten gekauft“, sagt Kruso, der eigentlich immer gut gelaunt ist. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben. Würde ich heute wieder neu auf die Welt kommen, ich würde nichts anders machen.“

Das Herz des 48 Jahre alten Geschäftsinhabers schlägt für den Basketball. Früher spielte er für den OSC Bremerhaven in der Zweiten Bundesliga und lernte dort Chris Cummings kennen, mit dem er heute noch eng befreundet ist.

Kruso ist Amerikaner, kam in New York als Sohn eines US-Soldaten auf die Welt. Zu seinen Freunden zählt auch Basketballprofi LeBron James vom NBA-Klub Cleveland Cavaliers. Der 23-Jährige, der von Ausrüster Nike für einen Werbevertrag 90 Millionen Dollar kassiert hat, ruft schon mal bei Kruso an, um zu wissen, was denn alles so in Deutschland los ist.

In der kommenden Woche gibt es in „Wally‘s Basketball World“ einen 25-Prozent-Jubiläumsrabatt auf alle Artikel. Außerdem haben sich einige Spieler der Fischtown Pinguins am morgigen Montag um 15 Uhr zu einer kleinen Autogrammstunde angekündigt.

Ein warmer Platz im Moonliner – Unterwegs mit dem Nachtbus in Bremerhaven

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Von Matthias Berlinke

Bremerhaven. Frost liegt über Wulsdorf. Wie ein eisiges Tuch schleicht der bitterkalte Nebel durch die Straßen und lässt einen weißen Schleier auf Bäumen und Autos zurück. Irgendwo am grimmig wirkenden Nachthimmel schnattern Wildgänse. Es ist ungemütlich hier draußen. Nur hartgesottene Typen trauen sich um 1.31 Uhr zur Bushaltestelle in der Poggenbruchstraße. Sie warten auf den Moonliner.

So wie der junge, kräftig gebaute Kerl mit der Kapuze auf dem Kopf. Scheint eine harte Feier hinter sich zu haben, der Gute. Er ist müde, trägt den Kopf gesenkt, die Pupillen schimmern eher schmal. Einmal noch grunzend die Nase hochziehen und aufs Straßenpflaster spucken – mehr Zeit bleibt nicht, der Bus kommt, jetzt schnell rein in die warme, rollende Hütte zu Waldemar Felker. Der hat immer einen Platz frei – und pünktlich ist er auch.

Felker arbeitet als Busfahrer für Bremerhaven Bus. Heute ist die Nachtlinie dran, Dienstbeginn 0.34 Uhr. Der Mann mit dem gemütlichen Lächeln steuert den Moonliner durch die Stadt. Am Flötenkiel geht‘s los, ab durch die Alte Bürger und City nach Wulsdorf, zurück über Reinkenheide und Hauptbahnhof in die Alte Bürger, danach bis in den tiefen Norden nach Leherheide und Langen. Und dann geht die Tour wieder von vorne los.

In Wulsdorf ist der Bus 0323 ziemlich leer, und der Kapuzenmann bleibt auch nicht lange. In Surheide steigt er aus und verschwindet in der Kälte. „Ich fahre den Moonliner gerne“, sagt Felker. „Die Fahrgäste sind friedlich und gut drauf, wenn sie von einer Party kommen. Und auf der Straße ist weniger Verkehr als tagsüber. Es lässt sich entspannter fahren.

Felker liebt seinen Job, man glaubt ihm am Lächeln ablesen zu können, dass er das Lenkrad mit Leidenschaft anpackt und gerne ein nettes Wort mit seinen Fahrgästen wechselt. Nichts wirkt aufgesetzt. „Was kann es Schöneres geben, als mit der Freundin oder dem Freund im Arm mit mir nach Hause zu fahren? Kostet nicht so viel wie ein Taxi, und warm ist es auch“, sagt Felker. Dann beginnt er zu lachen. „Gleich sind wir in der Alten Bürger. Da wird der Bus voll, und die schönen Frauen steigen ein.“

Felker, der seit 14 Jahren für die VGB auf dem Bock sitzt und 1991 aus Kasachstan übersiedelte, scheint hellseherische Fähigkeiten zu besitzen. An der Haltestelle „Schleusenstraße“ stehen tatsächlich viele Menschen, so um die 40 dürften es sein. Gruftis sind dabei, „Stinos“ – also Stinknormale – auch und natürlich schöne Frauen. Einige Passagiere müffeln nach Pommesfett, andere nach Bier, noch wieder andere haben Probleme, ihren zerknitterten Fahrschein unfallfrei in den Entwerterschlitz zu schieben. Aber gute Laune vereint sie, die haben sie nämlich alle.Nicht so toll scheint die Stimmung draußen auf der Rickmersstraße zu sein. Felkers Blick wandert nach links durch die Seitenscheibe. Drei halbstarke Männer und eine sexy gekleidete Frau springen vor einer Kneipe aus einem Auto heraus und teilen Prügel aus – wie von der Tarantel gestochen. Opfer ist ein junger Mann. „Um die wird sich gleich die Polizei kümmern“, meint der Busfahrer und setzt seine Tour fort.

Sitzplätze gibt es in 0323 keine freien mehr. Bis nach Leherheide ist ordentlich Betrieb, danach wird‘s leerer. Leer wird‘s auch im Tank. Plötzlich blinkt es bei Felker im Armaturenbrett. Kein Kühlwasser mehr. Der Familienvater aus Leherheide weiß sich schnell zu helfen. Am Buswendeplatz Heinrich-Plett-Straße wird getankt. „Hat nur ein Liter reingepasst. Merkwürdig, warum das schon am Blinken war“, stutzt Felker. Vier Minuten Verspätung kostet der ungewollte Boxenstopp. Aber die holt der Busfahrer locker wieder rein. Um 3.31 Uhr steht er wieder in der Poggenbruchstraße.

Seestadtforum für Jung und Alt – Portal besteht jetzt seit fünf Jahren

Bremerhaven (ber). Im Internet über die verschiedensten Themen diskutieren, nette Leute kennen lernen und Spaß haben – all das ist im Bremerhaven-Forum unter der Adresse seestadtforum.de möglich. Das Internetportal besteht mittlerweile schon seit fünf Jahren.

Chef im Ring ist Michael Buscher. Der Inhaber des Forums hat als Administrator die Fäden in der Hand und wird unterstützt von Melanie Aspir. „Wir haben Besucher aus den USA, Australien und der ganzen Welt, die über unser Forum die Verbindung nach Bremerhaven halten“, sagt Buscher. Hauptsächlich sind es aber Bürger aus Bremerhaven und Umgebung, die über das Forum miteinander kommunizieren. Derzeit gibt es 870 registrierte Benutzer, die sich in 17 Themenbereichen (“Areas“) tummeln. Es gibt Diskusionen über Hartz IV, die Situation in den Stadtteilen, Veranstaltungen und den hiesigen Sport. Ein Kleinanzeigenmarkt, der so genannte Marktplatz, darf nicht fehlen.

Im Seestadtforum sind alle Generationen vertreten – vom Schüler bis zum Rentner. Auch die Kommunal- und Landespolitiker schauen immer wieder mal rein, um dem Volk aufs Maul zu schauen. Viele Themen, die im Seestadtforum diskutiert werden, sind einige Zeit später auch in den lokalen Medien wiederzufinden. Zu den jüngsten Mitgliedern gehört Marcel Buscher, Sohn des Forum-Chefs. „Ich mag das Forum wegen der vielen Meinungen, schreibe aber auch gerne über Spiele“, sagt der 16-Jährige. „Ohne das Seestadtforum würde mir etwas fehlen.“

Zu den ältesten Forum-Fans gehört Elfi Wedel aus Schiffdorf. „Später, wenn man als älterer Mensch nicht mehr immer so kann, wie man will, wird der PC ganz bestimmt das Tor nach draußen. Und dann schaut man garantiert gerne ins Seestadtforum“, meint Elfi Wedl. Die Mitgliedschaft im Seestadtforum ist kostenlos. Das Angebot wird über Sponsoren finanziert.

www.seestadtforum.de

Fischtown Pinguins – Monatsbilanz für November 2007

Bremerhaven. Der November begann so viel versprechend: Interimstrainer Dieter Blum, der als Notnagel für den gefeuerten Igor Pavlov für zwei Spiele als Chef an der Bande stand, schaffte zwei Siege und schien den Karren aus dem Dreck gezogen zu haben. Doch nun herrscht Tristesse. Tom Coolen, der neue Cheftrainer der Pinguins, hat den Absturz der Küstenjungs bisher nicht bremsen können.

Abwehr: Torhüter Alfie Michaud hat nach mäßigem Start zu Saisonbeginn sein normales Leistungsniveau erreicht. Der Kanadier konnte sich als Rückhalt auszeichnen und blieb den gesamten Monat über ohne Fehler. Backup Jan Guryca, der sich bei den Pinguins mehr Spielzeit als vergangene Serie in Regensburg erhofft, stand im November keine einzige Minute zwischen den Pfosten. Die Verteidigung steht im Grunde sattelfest. Allerdings gibt es mit den Kombinationen Dave Reid/Bastian Steingroß und Derek Dinger/Nick Martens nur zwei durchweg taugliche Pärchen. Vor dem eigenen Tor muss noch energischer abgeräumt werden. Zu oft ließen die Defender ihren Goalie Michaud allein im Regen stehen.

Sturm: Die Offensivabteilung ist das große Sorgenkind der Bremerhavener. Unter Coach Coolen schossen die Pinguins im Schnitt weniger als zwei Tore pro Spiel – das ist eindeutig zu wenig, in der Liga zu überleben. Die Stürmer erarbeiten sich kaum Chancen, im Aufbau bleibt zu viel dem Zufall überlassen. Kontrolliertes Passspiel, getimte Laufwege und Kombinationen – mit diesen Elementen des Eishockeysports klappt es bei den Norddeutschen nicht. Dazu kommt eine eklatante Zweikampfschwäche. Gerade an der Bande können sich die Pinguins nicht durchsetzen. Das ist auch ein Grund für das extrem schwache Powerplayspiel der Bremerhavener.

Spieler des Monats: Markus Schmidt kam “nur” als Ergänzungsspieler nach Bremerhaven, hat sich aber schneller und besser als erwartet eingelebt. Der ehemalige Duisburger gibt einen soliden und robusten Verteidiger, kann aber genauso – wie zuletzt – im Sturm spielen. Schmidt besitzt einen guten Schuss und strahlt Torgefahr aus.

Jeden Freitag geht es raus in die Natur – Unterweser-Wander-Bund feiert sein 75-jähriges Jubiläum

Bremerhaven (ber). Eiserne Disziplin, gute Beine und Spaß an der Natur brauchen die Mitglieder des Unterweser-Wander-Bundes. Einmal pro Woche sind die rüstigen Männer unterwegs – selbst bei Regen und Sturm. In diesem Jahr feiern sie das 75-jährige Jubiläum des Bundes, den sie liebevoll und abgekürzt „Uwabu“ nennen.

Jeden Freitag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Wandern. „In der Sommerzeit geht es um 14.30 Uhr los. Im Winter sind wir eine halbe Stunde früher dran“, berichtet „Uwabu“-Youngster Utz Thiele. Der Schiffdorfer ist mit 63 Jahren das jüngste Mitglied. Eineinhalb bis zwei Stunden sind die Wanderer jeweils unterwegs und schaffen dabei sieben bis acht Kilometer an Wegstrecke. Die Männer – weibliche Teilnehmer, in der Regel die Ehefrauen, sind nur bei speziellen Damenwanderungen erlaubt – treffen sich meistens vor einem Gasthaus. Hier gehen die Wanderungen los, hier enden sie auch mit einem gemütlichen Beisammensein. „Auf den Wanderungen führen wir angenehme Gespräche. Jeder ist bereit, dem anderen zuzuhören“, sagt Gert Schmoll, Chef des Unterweser-Wander-Bundes, der offiziell den Titel „Baas“ trägt. „Unsere Mitglieder haben Freude an der Natur und Bewegung.“

Für jede Tour wird ein Wanderführer bestimmt, der den Weg festlegt und die Truppe – wie es der Name bereits verrät – führt. „Es hat Tradition, dass über den Wanderführer und die Streckenwahl nicht gemeckert wird“, sagt Schmoll. Die Männer haben einen Schrittzähler dabei und führen über jede Wanderung akribisch Buch. So kann jeder Teilnehmer beim Blick in Tabellenlisten nachvollziehen, wie viele Kilometer er insgesamt schon absolviert hat.

Es ist gar nicht so einfach, dem Unterweser-WanderBund beizutreten. Ein aktives Mitglied muss für den interessierten Neuankömmling bürgen. Dann gibt es Testwanderungen. Erst danach wird darüber entschieden, ob der Kandidat für den „Uwabu“ geeignet ist. Der Altersdurchschnitt in der Herrenriege liegt bei 69 Jahren, zwei Männer sind sogar schon über 80. Die Wanderer legen großen Wert darauf, dass ihre Truppe nicht als Klub oder Verein bezeichnet wird. „Der Name Bund drückt Verbundenheit aus. So stehen wir auch zueinander“, sagt „Uwabu“-Mitlied Alexander Ganse. „Wir sind uns hier näher, als wir es in einem Verein sein könnten.“

Der Rheinländer Dr. Walter zur Nieden, dem 1929 die Verwaltung des damaligen Kreises Geestemünde übergeben wurde, gründete den Unterweser-Wander-Bund im Jahr 1932. Vor allem Verwaltungsbeamte, Juristen, Ärzte und Studienräte prägten in der Anfangszeit das Bild des „Uwabu“. „Früher liefen die Männer bis zu 20 Kilometer am Stück“, erinnert sich Ganse. „Ziel war es damals schon, in guter Kameradschaft die Natur zu erkunden, und gepflegte Geselligkeit zu leben.“

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